Zucht statt Zirkus: Franco Knie spricht über Elefanten-Aus

Nachdem die Familie Knie in den letzten Monaten von drei Tieren Abschied nehmen musste, verkünden sie am Dienstag das endgültige Aus der Elefanten-Zirkusnummer. Im Rapperswiler Kinderzoo sollen im Gegenzug bald noch mehr Elefanten zu sehen sein. Jetzt nimmt Franco Knie bei SRF Stellung.

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Franco Knie über das Aus der Elefanten-Zirkusnummer

1:56 min, vom 11.8.2015

Vier Elefanten sitzen in der Manege davor steht Zirkusdirektor und Dompteur Franco Knie.

Bildlegende: Franco Knie und seine Elefanten Bald sind die Tiere nur noch im Zoo zu sehen. Reuters

Das Aus der Elefantennummer im Zirkus und der Tod der drei Elefanten in den letzten zwei Monaten hätten keinen Zusammenhang, so Franco Knie im Interview. «Die drei Elefanten sind aufgrund ihres Alters gestorben. Wir verzichten auf eine Show, weil wir in Zukunft auf die Zucht setzen wollen.»

Circus Knie setzt voll auf Zucht

Zirkus und Zucht parallel zu betreiben, gehe nicht. «Wir können nicht im Zirkus züchten, da wir keinen Bullen mitnehmen können. Und wir möchten Jungtiere, die im Zoo auf die Welt kommen, nach drei, vier Jahren nicht von ihren Müttern trennen.» Man müsse ein Matriarchat aufbauen, damit alle Elefanten ein Leben lang zusammen sein können.

Die Entscheidung, die Elefantennummer ab 2016 abzusetzen, ist der ganzen Familie nicht leicht gefallen. «Es sind viele Emotionen dabei gewesen. Bei mir besonders, weil ich mein Leben lang im Zirkus verbracht habe und wunderschöne Erinnerungen damit verbinde», so der 60-Jährige. Aber wenn er jetzt sehe, wie es den Elefanten im Zoo gut gehe, sei das auch ein schönes Gefühl.

Pferdeshow bleibt weiterhin im Circus Knie

Dass es bald gar keine Tiere mehr im Circus Knie gibt, ist nicht vorgesehen. «Hier geht es um den Elefanten. Der Elefant ist sehr speziell, weil er vom Aussterben bedroht ist und man keine mehr bekommt. Darum haben wir für die Zukunft nur eine Chance, wenn wir züchten», stellt Franco Knie nochmal klar.

Welche Aufgabe sein Sohn Franco Junior, der die Elefantenshows gemacht hat, in Zukunft übernehmen wird, darüber schweigt der Senior. «Es gibt immer viel im Zirkus zu tun», meint er nur geheimnisvoll.

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