Die Schweiz, das perfekte Land?

Der Italiener Sergio Muratore hat ein Leben, um das ihn viele Italiener beneiden: Er hat einen gut bezahlten Job als Grafiker, und vor zwei Jahren hat er mit der gossen Liebe seines Lebens eine Familie gegründet. Und doch hegt Sergio noch einen Traum: Er möchte in der «perfekten» Schweiz leben.

Der Traum von der perfekten Schweiz: Daniela und Sergio Muratore mit Tochter Maya.

Bildlegende: Der Traum von der perfekten Schweiz: Daniela und Sergio Muratore mit Tochter Maya. SRF

Alles begann mit einem Schweizer Sackmesser. Sergio Muratore bekam es im Alter von sechs Jahren von seinem Vater geschenkt. «Du bist jetzt ein Mann», sagte dieser damals zum jungen Sergio – nicht wissend, dass er damit bei seinem Sohn eine Passion für das Nachbarland weckte, die bis heute anhält.

Als 40-Jähriger verwirklicht Sergio nun seinen lang gehegten Traum: Zusammen mit seiner Frau Daniela und der gemeinsamen Tochter Maya beginnt der Grafiker ein neues Leben im Schweizer Grenzdorf Ponte Tresa. Und als der Entscheid gefällt ist, muss es plötzlich ganz schnell gehen. Die Schweizer haben die Masseneinwanderungsinitiative angenommen und die Italiener fürchten, dass es schwieriger werden wird, in die Schweiz zu ziehen, sobald das Gesetz in Kraft tritt.

Die Schweiz hält einige Hindernisse parat

In der Schweiz möchte sich Sergio zusammen mit einem Geschäftspartner eine Existenz als Grafiker aufbauen. Doch zunächst wird er noch zwei Tage pro Woche bei seinem alten Arbeitgeber in Genua arbeiten, sicher ist sicher. Daniela hofft, nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit, in der Schweiz wieder eine Arbeit als Foto-Archivarin zu finden.

Doch bald stellt sich heraus, dass die Schweiz für die Italiener auch einige Hindernisse parat hält. Schon die ersten Behördengänge bereiten Sergio einiges Kopfzerbrechen. Und mit der Ecopop-Initiative steht eine weitere Abstimmung in Sachen Ausländer an. Ob die Schweiz für die Muratores wohl weiterhin das «perfekte Land» bleiben wird?