Grüezi, Chuchichäschtli & Co. – Wieviel Mundart soll es sein?

Kulturelle Integration kommt vor allem über die Sprache zustande. Doch in der Deutschschweiz gibt es gleich zwei Sprachen: Schweizerdeutsch und Hochdeutsch. Ist also das Erlernen des Schweizerdeutschen ein Garant oder zumindest eine gute Voraussetzung für eine gelungene Integration?

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Rat unter Freunden

2:18 min, vom 5.6.2015

«Bei uns lernen Sie, Schweizer Dialekte und Eigenheiten zu verstehen, und damit im Alltag zu bestehen», heisst es in der Werbung für den Schweizerdeutsch-Kurs der Migros-Klubschule. Die Kurse haben Konjunktur, denn viele Einwanderer in die Deutschschweiz wollen Mundart nicht nur verstehen, sondern auch sprechen.

Mann steht in der Küche und lächelt in die Kamera

Bildlegende: Christian Helm versucht sich ab und zu in Schweizerdeutsch SRF

Christian Helm aus der Serie «Grüezi Schweiz – die Einwanderer» ist einer von ihnen. Immer wieder fällt er während des Gesprächs aus dem Hochdeutschen ins Schweizerdeutsche. «Für mich ist das Anwenden von Mundart ein Zeichen für Integration», sagt er und führt fort: «Wenn ich in ein anderes Land ginge, müsste ich die Landessprache ja schliesslich auch lernen.»

Die «richtige Dosis» Mundart

Wieviel Mundart kommt an bei den Schweizern? Nicht allen Eidgenossen sind die Gehversuche der Einwanderer im Schweizerdeutschen wichtig. «Weniger ist mehr», sagt zum Beispiel Reto V., der im Beruf häufig mit Deutschen zu tun hat. «Man sollte es nicht übertreiben, schliesslich versteht ja in der Schweiz jeder Hochdeutsch». Und die Romands und Tessiner sprechen ja auch kein Schweizerdeutsch», fügt er hinzu. Dennoch möchte auch er nicht, dass sich die Zuzüger der Mundart völlig verschliessen. «Hier und da ein paar Brocken Schweizerdeutsch bringen schon noch Bonuspunkte», sagt er und grinst.

Andrea M. hingegen ist begeistert von Einwanderern, die sich Mühe geben, Schweizerdeutsch zu lernen. Das stellte sie erst kürzlich erneut fest, als sie einen Deutschen traf, der seit acht Jahren in der Schweiz lebt. «Er sprach so gut Schweizerdeutsch, dass ich zuerst dachte, er sei Schweizer», erzählt sie. Und weiter: «Ich finde es eine sehr schöne Geste, wenn sich Zuwanderer solche Mühe geben, sich in das Land, das sie aufnimmt, zu integrieren.»

In einem Punkt sind sich beide einig: Die Begrüssung auf Schweizerdeutsch ist ein «Must». «Hallo» und «Tschüss» kommen gar nicht gut an. Viel besser ist «Grüezi» und «Ade mitenand». Soviel Mundart muss sein.