Auswanderer in der Schweiz Neue Arbeit – und neue Liebe in der Schweiz?

Die Portugiesin Maria-Alice Costa Araujo hat einiges hinter sich. Trennung vom Ehemann. Verlust der Arbeit. Gleichzeitig trägt sie die finanzielle Verantwortung für ihre beiden erwachsenen Söhne und ihre Mutter. Dann entscheidet sich Maria-Alice in der Schweiz Arbeit und Liebe zu suchen.

Ein Porträt von Maria-Alice Costa Araujo.

Bildlegende: Lisa kann sich in ihrer neuen Heimat einen kleinen Traum erfüllen. SRF

Mit der Arbeit hat es gut funktioniert. Maria-Alice, die von allen immer nur Lisa genannt wird, hat ihre Kindheit zusammen mit ihren Eltern in Deutschland verbracht und spricht fliessend Deutsch. Das hat ihr bei der Jobsuche geholfen. Seit einem Jahr arbeitet sie jetzt als Pflegehelferin in einem Alters- und Pflegeheim in Ilanz. Lisa fühlt sich wohl dort. «Ich liebe den Kontakt mit Menschen», sagt sie, «schon morgens beim Frühstück sehe ich, wie die Bewohner sich fühlen, ob sie glücklich oder traurig sind, das mag ich.»

Doch mit der Liebe ist das so eine Sache. «Ich würde mir einen netten, charmanten Mann an meiner Seite wünschen», sagt Lisa. Doch dieser ist bisher nicht aufgetaucht. Zumindest nicht für länger. «Manchmal ist es sehr hart, so alleine im Ausland», sagt Lisa rückblickend auf ihr erstes Jahr in der Schweiz. «Da wünscht man sich dann schon mal jemanden, der einen in den Arm nimmt, oder an den man sich anlehnen kann.»

Probleme in der alten Heimat

Ein bis zweimal pro Jahr gönnt sich Lisa den Luxus einer Reise in ihre alte Heimat Portugal. Dort möchte sie bei ihrer Familie auftanken und Kräfte sammeln. Doch in Portugal warten bereits die Probleme. Der ältere Sohn ist arbeitslos, wie ein Viertel der unter 25-Jährigen. Der Jüngere studiert.

Beide sind finanziell zu grossen Teilen von Lisa abhängig. Dazu kommt ihre 86-jährige Mutter. Lisa stellt bei ihr erste Anzeichen einer fortschreitenden Demenz fest. «Da kommt viel zusammen», stellt sie ernüchtert fest. «Manchmal wächst mir das über den Kopf.

Immerhin, ihre Arbeit als Pflegehelferin ermöglicht es Lisa, ihre Familie in Portugal finanziell zu unterstützen. Und sich in der neuen Heimat einen kleinen Traum zu verwirklichen. «Ich konnte mir mein erstes eigenes, selbstverdientes Auto kaufen», freut sie sich. Und wer weiss, vielleicht taucht ja doch noch eine neue Liebe am Schweizer Horizont auf…

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