Hafen Hamburg (3/4)

Die dritte Folge steht im Zeichen des Hafengeburtstags, des grössten Hafenfests der Welt. Ob mit Thomas am Elbufer, mit Sara Lisa im bunten Szene-Kiez oder mit Intendant Georges Delnon zwischen Strassenmusik und hanseatischem Bürgertum – während des Fests ist die Hansestadt im Ausnahmezustand.

Sara Lisa Schäubli ist aus den Ferien zurück. Mit dem Bulli ging es einmal quer durch Europa. Noch voller Eindrücke von ihrer Reise zieht es sie zum Schlepperballett an die Elbe – zu den «heimlichen Helden» des Hafens, wie sie sagt. «Ihren» alternativen Hafengeburtstag feiert die junge Journalistin mit Ehemann Frank und Freunden in der einst tüchtig umkämpften Hafenstrasse, jenseits der Touristenmassen. Dort, wo sie ihrem Mann damals den Heiratsantrag gemacht hat.

Thomas Gisiger muss trotz Hafengeburtstag arbeiten. Während im Hafen gefeiert wird, widmet sich Thomas seinem neuen Bühnenstück und nutzt das Hafenfest zu Promotionszwecken: Ein Gruppe Touristen schaut auf einem Stadtrundgang in der «2ten Heimat» vorbei. Dafür heisst es klar Schiff machen und gut gelaunt durch den Nachmittag führen. Zur Auslaufparade am Sonntagabend zieht es Thomas und Lebenspartner Andreas zum Picknick doch noch an die Elbe.

Im Hamburger Hafenmuseum erklingen neue Töne: Ursula Richenberger ist wagemutig, wenn es um die Inszenierung von «Schuppen 50A» geht. Mit Antonín Dvoráks «Aus der Neuen Welt» holt sie Kultur und Besucher zu den Kränen auf der Südseite der Elbe – jenseits der «Fischbrötchen-Promenade».

In der Musicalstadt Hamburg dürfen sie nicht fehlen: die singenden Tänzer vom «Theater an der Elbe», dem Musicaltheater im Hafenbezirk. Mit dabei: Der Schweizer Guiliano Mercoli. Seit 2007 nennt er Hamburg seine Heimat und steht momentan für das Musical «Ich war noch niemals in New York» auf der Bühne. Wir tauchen mit ihm ein in die Welt der Musicalstadt Hamburg, erleben die Faszination, aber auch den Konkurrenzkampf in der Branche. Denn das Engagement von Giuliano läuft aus, und er hat noch keinen neuen Job. Es steht ein spannender Sommer bevor, denn seine Frau, auch Musicaldarstellerin, hat ein Engagement in der Schweiz. Guiliano bleibt zurück mit Tochter und Hund und muss sich neben seinen regulären Vorstellungen noch auf Jobsuche machen.

Auch der Intendant der Staatsoper, Georges Delnon, begibt sich in die Massen des Hafengeburtstags und geniesst die Popkulturszene der Strasse. Neben Klassik und grossen Orchestern schlägt sein Herz auch für experimentelle Musik: Unterhalb der Elbphilharmonie, an den Landungsbrücken, zeigt sich Georges Delnon begeistert von Hamburgs bunter Musikszene. Bei Schnittchen, Champagner und Feuerwerk lässt er auf der Terrasse an der Elbe den Abend ausklingen.

Artikel zum Thema