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Im Chat (von links): Lukas Studer (TV-Reporter in Cortina), Tina Weirather (SRF-Expertin Ski alpin), Marco Felder (TV-Kommentator), Natalie Pedrocchi (TV-Produzentin Liveübertragungen), Dani Bolliger (Bereichsleiter Live bei SRF Sport)
Legende: Im Chat (von links): Lukas Studer (TV-Reporter in Cortina), Tina Weirather (SRF-Expertin Ski alpin), Marco Felder (TV-Kommentator), Natalie Pedrocchi (TV-Produzentin Liveübertragungen), Dani Bolliger (Bereichsleiter Live bei SRF Sport) SRF
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13. Februar 2021 «Hallo SRF!»-Chat zu den Ski-Weltmeisterschaften in Cortina

Die Programmschaffenden von SRF Sport haben Ihre Fragen rund um die Berichterstattung zu den Ski-Weltmeisterschaften 2021 in Cortina beantwortet.

Im Chat für Sie waren:

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  • Lukas Studer (TV-Reporter in Cortina)
  • Tina Weirather (SRF-Expertin Ski alpin)
  • Marco Felder (TV-Kommentator)
  • Natalie Pedrocchi (TV-Produzentin Liveübertragungen)
  • Dani Bolliger (Bereichsleiter Live bei SRF Sport)

Herzlichen Dank für Ihre spannenden Fragen an die Sendungsmacherinnen und -macher von SRF Sport. Der Chat ist jetzt beendet. Bei offenen Fragen können Sie sich gerne an den SRF-Kundendienst unter srf.ch/kontakt wenden.

Chatprotokoll

An Lukas Studer: Wie würden Sie ihr Verhältnis zu den Schweiz Skirennfahrerinnen beschreiben?

Lukas Studer: Wir alle arbeiten seit Jahren eng zusammen, kennen und respektieren uns gegenseitig. das Verhältnis ist sehr professionell, ein Geben und Nehmen...

Hallo zusammen, wie wird bestimmt wie viel Startplätze eine Nation bekommt?

Marco Felder: Jede Nation darf theoretisch vier Athlet:innen an den Start schicken. Dazu kommt der/die Titelverteidiger:in, der/die das Kontingent nicht belastet, er/sie muss den Startplatz aber selber wahrnehmen, der Platz kann nicht übertragen werden. Dann müssen die einzelnen Athlet:innen einfach noch die nötigen FIS-Punkte haben, die es pro Disziplin für einen WM-Start braucht.

Wird die Abfahrtroute der Männer im Gegensatz zu gestern noch geändert?

Natalie Pedrocchi: Ja, die Kurssetzung wurde bereits auf das heutige Training etwas angepasst. Morgen wird sie wohl ähnlich wie heute sein.

Wie macht ihr das wenn Werbung kommt weil die Fahrer werden ja nicht gestoppt bis sie wieder übertragen. Wie machen Sie das ?

Natalie Pedrocchi: In der Startliste gibt es vordefinierte Powerbreaks (Möglichkeit für Werbepausen). Diese Zeiten wissen wir und schalten dann unsere Werbung.

Eigentlich habe ich keine Frage jedoch eine kleine Anmerkung. Es fägt richtig Tina zuzuhören und es ist mega erfrischend Ihre Kommentare zu geniessen! Sie ist ein grosser Sonnenschein! Danke für deine Frische!

Wie schafft ihr es, dass nie beide Moderatoren miteinander sprechen?

Marco Felder: Das schaffen wir leider auch nicht immer... ;) Wir versuchen einander einfach Platz zu lassen und gut zuzuhören. Manchmal kann auch ein Zeichen helfen. Mit der Zeit kennt man das Gegenüber dann aber so gut, dass man sich fast blind versteht und es nur noch bei emotionalen Momenten passiert – und das soll dann auch so sein.

An Lukas Studer: Wie bereitest du dich vor, was du Fragen willst oder was du reden willst oder ist alles frei erfunden??

Lukas Studer: Gross vorbereiten kann ich die Fragen nicht, denn ich möchte ja auf das Geschehnis / die soeben gezeigte Leistung eingehen. Oder auf unmittelbare Emotionen. Kurz vor dem Interview überlege ich mir die erste Frage, die zweite ergibt sich dann aus der ersten Antwort. Für mich ganz wichtig: zuhören und nachfragen.

BRAVO Tina Weirather zu Ihrer kompetenten Berichterstattung!!

Wie ist es, das Rennen live in Cortina zu sehen?

Lukas Studer: Es ist ungewohnt ruhig im Zielraum. Normalerweise ist der Geräuschpegel sehr laut, die Stimmung grandios. Doch das alles fehlt natürlich sehr. Aber für uns Journalisten ist es natürlich grossartig, dass wir trotzdem die Eindrücke / die Emotionen live vor Ort einfangen und in die Schweiz transportieren können.

Keine Frage, nur Lob: Grossartiges SRF-Team rund um die Berichterstattung dieser WM 2021. Macht weiter so. Die lockere, professionelle Art zeichnet euch alle aus. die Highlights von mir bis jetzt: Strubbel-Berthod im Studio in Zürich, Tina & Päddy bei der Analyse der Frauenabfahrt und das Interview von Lukas in Cortina mit Urs Lehmann. Auch super, wie cool Lukas blieb bei Laras mühsamer Art, Interviews zu geben. Hoffe, sie macht das “Reinreden” nicht zur Gewohnheit. Locker Lara, es läuft doch ;)

Wie schwer ist das nicht live von Ort zu Kommentieren?

Marco Felder: Das ist in der Tat nicht gerade einfach, weil es viel schwieriger ist, an die Informationen heran zu kommen, die Stimmung zu spüren, die kleinen Geschichten zu erfahren. Wir profitieren im Moment von all den Beziehungen, die wir in den letzten Jahren vor Ort knüpfen können und holen so die wichtigsten Infos ab. Ist natürlich nicht das Gleiche, aber wir kommen so irgendwie durch...und freuen uns natürlich sehr darauf, wenn wir wieder vor Ort sein können!

Ich habe keine Frage sondern eine Bemerkung. Ihr seid sowas von stark, es ist eine Freude euch zu hören und ihr seid neutral. Ich freue mich schon aufs nächste Rennen Danke Danke

@Marco Felder wie ist es mit Tina Weirather zu Kommentieren??

Marco Felder: Wunderbar! Sie ist mit ihrer grossen Erfahrung, der Nähe zu den Athletinnen und Teams und nicht zuletzt mit ihrer Art eine grosse Bereicherung. Macht viel Spass!

Zuerst möchte ich gar nichts fragen, sondern ein Kompliment ausstellen. Danke für diese richtig Klasse Analysen. Tina und Marc ihr macht das Spitze. So schaut man sehr gerne wieder SRF mit solchen Analysen und top Kommentatoren.

Frage an Lukas Studer: Hast Du bei dieser Kälte nicht auch Lust auf einen heissen Stein? Es wäre wieder mal Zeit :-)

Lukas Studer: Hey Giusi - aber klar doch! Kannst den Tisch schon mal reservieren.. I'm in :-) Grüsse in die Heimat!

Kommentieren sie live vor Ort in Cortina?

Natalie Pedrocchi: Vor Ort in Cortina ist Lukas Studer. Unsere Kommentatoren (Tina, Marco, Stefan, Marc) sind im Studio Zürich. Ebenfalls in Zürich ist Paddy Kälin.

Warum trug Shiffrin bei der Siegerehrung vom Super G ein silbernes Trikot?

Lukas Studer: Das silberne Trikot trägt jeweils die Titelverteidigerin. An der WM 2023 wird im Super-G also Lara Gut-Behrami damit fahren...

Was war der Topspeed?

Marco Felder: Das können wir nur schätzen, weil an der schnellsten Stelle der Speed nicht fix ausgewiesen wird. Wenn die optische Anzeige gestimmt hat, waren es 139 km/h nach dem Tofana-Schuss. Die höchste ausgewiesene Geschwindigkeit hatte Breezy Johnson bei der dritten offiziellen Speedmessung mit 114,11 km/h.

Hallo zusammen, wie wird ausgelost wer welchen Startplatz bekommt?

Tina Weirather: In SG und Abfahrt wird nach der Weltrangliste ausgesucht. Die 1. darf als 1. aus den ungeraden Nummern 1-19 aussuchen. Die 10. muss nehmen, was übrig ist. 11.-20. der Weltrangliste werden in die geraden Nummern gelost, diese dürfen nicht wählen. 21-30 wird ebenso gelost, danach geht es nach FIS Punkten. Ausnahme: wer über 400 Weltcuppunkte hat, darf direkt nach den 30 fahren.

Warum findet die Männer-Abfahrt nicht auf der spektakulären Frauen-Abfahrtsstrecke statt?

Tina Weirather: Grundsätzlich wäre die Frauenabfahrt in Cortina sehr gut für die Männer geeignet, aber es wäre ein logistischer Albtraum, mit Besichtigungs- und Startzeiten. Beim Weltcupfinale macht man dies jeweils, aber es ist aufwendiger und gibt gleichzeitig fürs Auge weniger her, als zwei verschiedene Strecken. Bei den olympischen Spielen in Pyeongchang war es nicht möglich, zwei Strecken zu bauen, so hat man nur das eine oder andere Tor versetzt.

@Tina Weirather wie sieht deine Vorbereitungen aus vor einem Rennen??

Tina Weirather: Ich nehme an, es geht um die Vorbereitung jetzt, beim SRF, nicht als ich noch aktiv war. Heute morgen war es etwas stressig – ich habe mit den Trainern vor Ort gesprochen und mich über die Pistenverhätnisse informiert. Im Studio angekommen, wollten wir die Analyse vorbereiten, aber mussten noch warten, bis die Videos im System waren. Schlussendlich war ich erst 5 Minuten bevor wir live gingen, auf dem Platz. Zum Glück mache ich die ganze inhaltliche Vorbereitung am Tag davor.

@Tina Weirather würdest du gerne jetzt in Cortina sein??

Tina Weirather: Ja sicher! Obwohl die Enttäuschung am Anfang gross war, bin ich jetzt happy mit den Formaten, die wir im Studio machen können; der Analyse und dem Skilabor.

Guten Tag Ich behaupte, dass kein Skiexperte den Unterschied von einer halben Sekunde erkennt. Machen Sie das Experiment. Zeit abdecken und nachher die ersten fünf richtig tippen. Liebe Grüsse Ruedi Lendeczky

Tina Weirather: Ja, das kann durchaus täuschen! Heute war es besonders schwer zu erkennen, wer schnell ist.

Hallo miteinander, Eine Frage habe ich nicht, jedoch ein Kompliment auszusprechen. Es macht riesen Spass Tina Weirather bei den Skirennen zuzuhören. Die Leidenschaft zum Skisport, ihre Natürlichkeit, das Mitfühlen mit den Fahrerinnen spürt man so richtig und fiebert Zuhause noch mehr mit. Habe immer ein Schmunzeln im Gesicht. Einfach super sympathisch! Merci für die tollen Kommentatoren/-innen.

Natalie Pedrocchi: Vielen Dank für ihr positives Feedback! Das freut unsere Crew sehr! Wir hoffen, dass sie weiterhin viel Spass bei den Skirennen haben und Tina weiterhin ein Schmunzeln in ihre Stube bringt.

Es gibt Rennen, bei welchem alle drei Podestfahrerinnen/fahrer die gleiche Skimarke fahren. Purer Zufall? Oder hat die Marke je nach Schnee, Wetter, Temperatur einen grossen Einfluss auf den Ausgang eines Rennens?

Tina Weirather: Sehr gute Beobachtung! Ich frage mich das auch immer wieder. Auch ich habe beobachtet, dass Rossignol auf eisigen Pisten im Riesenslalom sehr stark ist, und Head, wenn der Schnee nicht allzu kalt ist.

Wie bereitet sich ein Journalist, eine SRF-Expertin auf ein WM-Rennen/Interview vor? Besten Dank für eure Antwort und hopp Schwiiz!

Marco Felder: Auf ganz unterschiedliche Art und Weise. In meinem Fall ist es viel lesen, mit verschiedenen Personen (Trainern, Athletinnen, Funktionären, Journalistenkollegen) sprechen, Trainings und alte Rennen anschauen. So bauen Kollegin Michèle Schönbächler und ich ein Archiv mit einer Art «Fiche» pro Athletin auf, das immer ein wenig detaillierter wird.

@Tina Könnst du mal zeige ime Insta oder inere Sendig wie so en Analyse vo dir und em Marc Berthod gmacht wird?

Tina Weirather: Tolle Idee! Ich werde das versuchen umzusetzen.

Wie viele Personen sind bei der Übertragung eines Rennens insgesamt beteiligt?

Dani Bolliger: Aus Sicht der SRG/SRF unterscheidet sich das grundsätzlich, ob das Rennen in der Schweiz oder im Ausland stattfindet. Bei den Schweizer-Rennen sind wir auch für die Produktion zuständig, dann werden erheblich mehr Leute benötigt. Wenn das Rennen im Ausland ist, wie das der Fall ist bei der WM in Cortina, dann sind es bedeutend weniger. In Cortina sind im Moment 14 Mitarbeitende der SRG vor Ort (4 Mitarbeitende von SRF). Normalerweise würde SRF eine grössere Delegation senden, aber auf Grund der Covid-19 Pandemie haben wir das Kontingent aufs Minimum reduziert.

Sind Ihr Kommentatoren und Moderatoren per du mit dem meisten Fahrer die ihr über die Saison durch das TV begleitet?

Lukas Studer: Ja, privat sind wir per du. So auch auf den Sozialen Medien (insta, facebook...). Auf dem Sender aber per sie.

Hallo Tina, toll dir immer im Fernsehen zuzuhören! Du machst das super! Wie ist es für dich zum ersten Mal deine Kolleginnen von der Ferne aus zu betrachten? Wärst du lieber vor Ort als Expertin oder hättest du sogar gerne nochmals mitgemacht? Freue mich auf mehr von dir im Fernsehen! Lg marco :)

Tina Weirather: Danke! Heute, mit dem Kaiserwetter und der perfekten Piste, wäre ich gerne gefahren. Aber nicht wirklich als Rennen – ich habe den ganzen Sommer nicht trainiert und hätte deshalb schon jetzt keine Chance mehr! Ich geniesse jetzt das Ziehen auf der Touristenpiste. Es war der richtige Zeitpunkt für mich, nach 15 Jahren hatte ich genug, und habe jetzt sehr viel Spass an meinen neuen Aufgaben.

An Tina Weirather.... ich habe keine Frage... ich wollte Ihnen einfach ein nur RIESEN KOMPLIMENT machen wie Sie kommentieren. Unglaublich kompetent, natürlich, klar und ehrlich. Da hat sich das SRF einen Segen in das Kommentatoren-Team geholt. Vielen Dank, weiter so und Ihnen viel Freude und Spass bei der Arbeit.

Darf die Abfahrtstrecke jetzt nach dem zweiten Training nochmals angepasst (umgesteckt) werden oder nicht mehr?

Marco Felder: Theoretisch ist das möglich, in erster Linie wenn es die Sicherheit erfordert. Im Normalfall versucht man es aber zu vermeiden, weil man den AthletInnen in einer Abfahrt die Möglichkeit geben will, die Strecke 1:1 zu trainieren. Wenn es Änderungen gibt, dann möglichst geringfügige.

Kommentieren Sie live vor Ort?

Natalie Pedrocchi: Unsere Kommentatoren kommentieren aus dem Studio Zürich.

Wie erholen sich Lara oder Corinne nach den grossen Medaillen am besten ? Kann man gut nach einem Gewinn schlafen?

Tina Weirather: Eher nicht – die meisten sind total aufgewühlt nach so einem Erfolg. Corinne und Lara haben jetzt beide 1 oder 2 Tage frei, da erholt man sich wohl am besten mit viel aktiver Erholung (spazieren, lockeres Velo fahren, Massagen), gutem Essen und lieben Menschen.

Hättet ihr einen eigenen Kamerafahrer/in einsetzen dürfen? Oder nur der Produzentensender?

Dani Bolliger: Wenn wir mit unserer Kamerafahrerin und unserem Kamerafahrer vor Ort gewesen wären, hätten wir bestimmt auch unsere eigene Kamerafahrt aufzeichnen dürfen. Da aber Tina und Marc aus dem Studio in Zürich kommentieren war das nicht möglich.

Zuerst mal Riesenkompliment an die ganze Ski Redaktion, vor allem Tina Weirather und Marc Berthod! Frage... morgen für Abfahrt Wind angesagt.. bis wieviel km/h , z.B. Böen auf Piste, kann man normalerweise starten, vor allem Speedbereich? Gibts da einigermassen Richtwerte? Danke

Marco Felder: Vielen Dank, das hören wir gerne. In Sachen Wind gibt es keinen Grenzwert, bis wann ein Rennen noch möglich ist. Es kommt auf verschiedene Faktoren an: die Stärke, die Regelmässigkeit, die Richtung. Entscheidend ist, dass es nicht gefährlich wird. Wenn sich die Verhältnisse ändern und das Rennen unfair, aber nicht gefährlich wird, fährt man trotzdem. Sonst müsste man noch mehr verschieben – und man geht davon aus, dass sich die Unfairness im Laufe einer Saison (oder spätestens einer Karriere) ausgleicht...

Hallo Tina, ich möchte ihnen aber ein riesiges Kompliment aussprechen. Sie kommentieren die Rennen in einer solch erfrischenden Art, dass ich mich richtig auf die Rennen freue. Ihren herzlichen Lacher und natürliche Art ist einfach Spitze . Hoffentlich bleiben Sie noch lange beim SRF. Jetzt zu meiner Frage: Wie schwer fällt es Ihnen, ruhig zu bleiben, wenn es kritische Situationen bei den Rennen gibt? Wünsche Ihnen von Herzen alles gute, bleiben Sie so wie Sie sind Miriam

Tina Weirather: Danke Miriam, das freut mich. Ganz schlimm war der Unfall von Nicole Schmidhofer, sie prallte mit 114 km/h ins A-Netz, durchschnitt dieses mit ihren Skikanten, und verschwand. Wir wussten nicht, wie weit es hinter diesem Netz runtergeht, ob sie verletzt ist, ob sie noch lebt. Das waren die schlimmsten 10 Minuten meiner bisherigen Zeit als Ski-Expertin. Wir haben einfach versucht, nicht so zu tun als ob wir mehr wüssten, als der Zuschauer Zuhause. Indizien sammeln, hoffen. Und durchaus Emotionen zeigen. Wenn es einen Verschneider oder so etwas gibt, erschrecke ich extrem, und zeige das auch. Ich versuche einfach nicht zu schreien... haha

Eine Frage an die Moderatoren und Expertin Tina. Da ihr nicht vor Ort seit habt ihr ausser die Eigenen Mitarbeiter noch gute Beziehungen zum Team für Insider wissen das ihr teilweise habt? Oder ist das der Bonus von dir Tina dass du alle noch kennst?

Tina Weirather: Ja, es hilft mir extrem, dass ich noch alle kenne. Sonst wüsste ich tatsächlich nicht, wie ich das von Zürich aus alles einschätzen könnte.

Was ich nicht verstehe: Politisch wird die Schweiz verschachert. Dann gewinnen eine Lara Gut und eine Corinne Suter Goldmedaillen und man kommt aus dem Hyperventilieren und Fahnenschwingen nicht mehr heraus. Wieso dieser «Nationalismus»? Es geht doch um Athletinnen, welche eine Topp-Leistung zeigten. Da ist die Nation doch nicht relevant.

Marco Felder: Das ist ein spannender Punkt. Grundsätzlich haben Sie Recht, und wir versuchen die Leistungen der Athletinnen zu honorieren, egal aus welchem Land sie kommen. Im Sport ist es aber halt schon so, dass die Nationalität eine grosse Rolle spielt, dass man mit den «eigenen» Athleten einfach mehr mitfiebert und ihnen besonders die Daumen drückt. Dem versuchen wir auch gerecht zu werden.

Wie sehr verändert die Coronapandemie die Berichterstattung. Was ändert sich bei der Sendegestaltung, welche vor Ort Erfahrungen fehlen den Kommentatoren und Experten und wie muss man sich dadurch beim Kommentieren anpassen?

Natalie Pedrocchi: Durch die Pandemie mussten wir die Art der Berichterstattung anpassen. Unsere Kommentatoren im Studio tauschen sich nun täglich sehr aktiv mit Beteiligten (Trainer, Athleten, Crew) vor Ort aus, um die nötigen Informationen zu kommen. Im Sendungsbau passen wir uns an die aktuelle Situation an. Zum Beispiel, in dem wir weniger Möglichkeiten haben, zu Aussenstellen zu schalten. Wir haben momentan auch keine Möglichkeiten, nahe bei den AthletInnen zu drehen, da verschiedene «Bubbles» in Cortina bestehen.

Wie fühlt es sich an eine Kamerafahrt zu machen als ehemalige Skirennfahrerin?

Tina Weirather: Das ist super! Ich kann eine abgesperrte, top präparierte Speedstrecke fahren, und das Publikum Zuhause direkt mitnehmen. Es ist nicht einfach, den Skisport zu vermitteln, aber eine Kamerafahrt hilft sicher, etwas näher ran zu kommen.

Gratulation zu Gold an unser Frauenteam und Gold für die Live Berichterstattung von SRF!! Wieso ist der WM Keller aber eine Retro Show ohne Bezug zum aktuellen Tag? Eingespielte Posts sind zudem peinlich.... Aber genug der Schelte: Ä super Tag füre CH-Skisport!

Dani Bolliger: Der Skicheller soll nicht ein konventionelles News-Magazin sein. Durch die Live- und Newsberichterstattung auf unserer Homepage, der Sport-App, im TV und im Radio durch den ganzen Tag sind unsere Userinnen und User am Abend bestens aufdatiert. Der Skicheller soll einen anderen Blickwinkel auf die WM werfen mit spannenden Protagonisten und neuen Elementen.

An Tina: Wie erklären Sie sich die geringen Zeitabstände im mittleren Sektor der Damenabfahrt, obwohl die Fahrerinnen teilweise sehr unterschiedliche Linien gefahren sind und kleine Fehler hatten, während im letzten Sektor ein grosser Unterschied (von C. Suter) gemacht wurde?

Tina Weirather: Gute Frage! Ich hatte den Eindruck, dass die unterschiedlichen Linien nicht entscheidend waren, weil man heuer im diesem Sektor alles auf Zug fahren konnte. Entweder sie haben etwas mehr ausgeholt und waren früher fertig, oder sie haben oberhalb vom Tor abgekürzt, büssten es unter dem Tor aber sofort wieder ein. Ganz oben war sicher die Traverse entscheidend (siehe Breezy Johnson). Unten war Corinne genial – aber eben wenig offensichtlich. Bei einem head-to-head würde man hier wenig unterschied sehen. Das ist Corinne's unscheinbare Superkraft – genau so viel aufkanten wie nötig.

Frau Weirather. Eigentliche keine Frage. Da fahren die Athleten teilweise mit 100 Std/Km und Sie erkennen kleinste Nuance von Fehler mit daraus resultierenden unterschiedlichen Fahrlinien. Bei der späteren Analyse holen Sie all diese 'Kleinigkeiten' wieder hervor und können dies uns quasi bildlich erklären. Das kann wohl nur eine Athletin so rüber bringen, Danke

Tina Weirather: Danke, das freut mich sehr. Heute war es nicht einfach, Unterschiede zu sehen! Logisch, da waren offensichtliche Fehler wie Johnson in der Traverse, oder Gut-Behrami im Delta. Aber Marco und ich hatten immer Respekt, ob wohl der Wind noch ein Wörtchen mitredet. Und wie komisch war diese «erste Zwischenzeit», Beschleunigung von 0-80? Wir haben der Sache nicht ganz getraut, da gab es zu viele Unregelmässigkeiten.

An Tina,Weirather, wenn sie 4 Streckenteile von allen Frauen Speed Weltcupstrecken könnten auslesen aus welchen 4 Streckenteilen die Sie sehr gerne gefahren sind würden sie wählen.

Tina Weirather: Coole Frage. Cortina Tofana Schuss, St. Moritz Rominger-Sprung, Zauchensee Wasserschloss und Crans Montana Zielhang.

Mit Tina Weirather hat der Damen-Skizirkus die versierteste und sympathischste Expertin erhalten. Seit Tina müssen wir nicht mehr auf dem ORF Damen-Skirennen schauen.

Habe keine Frage, nur ein mega grosses Lob an Tina Weirather! Super wie sie das macht. Sehr sympathisch, kompetent und herzlich. Und das Dialekt - Mega.

Keine Frage, ein Lob: Tina Weirather macht es fantastisch! Kompetent, natürlich und mit Emotionen, bravo. Natürlich Marco Felder ist auch.

Wie ist es mit den Emotionen bei so starken Ergebnisse für dich Tina? Du warst ja so lange nahe am Team

Tina Weirather: Bei Michelle Gisin's Interview heute hatte ich Tränen in den Augen. Bei Corinne Suter bei der Goldmedaille. Ich denke, das beantwortet ihre Frage – der Skisport bedeutet mir viel, ich bin emotional und die Verbindung zum Team ist immer noch sehr eng. Deshalb muss ich mich manchmal ziemlich zusammen reissen.

Wie nahe Arbeitet das Schweizer und lichtensteinische Ski Team zusammen?

Tina Weirather: Das kommt individuell auf den Athleten an. Aktuell trainiert Marco Pfiffner mit der Swiss Ski EC Mannschaft. Andere liechtensteinische Athleten trainieren als Gruppe, ohne Swiss Ski. In den technischen Disziplinen braucht es nicht zwingend eine Kooperation. In den Speed-Disziplinen aber schon. Umso besser, dass man hier immer wieder eine gute Lösung findet, wo beide Parteien zufrieden sind.

Wurde der Super G-Kurs der Männer vorgängig nicht mit hohem Tempo befahren? Wie wird bemessen, was überhaupt möglich ist? Einfach nur Erfahrung? Wäre es überhaupt möglich gewesen, das Rennen zu stoppen und neu anzusetzen? Als Zuschauerin hat das Rennen völlig an Gewicht verloren, es zählt wie gar nicht richtig. Sehr schade. P.S. Tina Weirather: Sie machen das extrem gut. Macht mächtig Spass, Ihnen zuzuhören!

Marco Felder: Im Super-G ist tatsächlich der erste Vorfahrer der erste, der den Kurs rennmässig absolviert. Bei der Abfahrt hingegen gibt es zu den Vorläufern sogar noch Testfahrer. Der Super-G wird frühestens am Nachmittag des Vortages gesetzt, manchmal auch erst am Morgen. Im Weltcup ist es immerhin so, dass oft zuerst eine Abfahrt angesetzt ist, das gibt schon einige Anhaltspunkte. Meist kennt man das Gelände und was möglich ist schon aus den Vorjahren. Bei einer neuen Strecke kann das dann tatsächlich dazu führen, dass etwas nicht fahrbar ist. Ich mag mich an einem Kombi-Super-G in Crans-Montana erinnern, bei dem nach drei Fahrerinnen, die allesamt ausschieden, das Rennen abgebrochen und der Kurs an der entsprechenden Stelle umgesetzt werden musste. Das kommt aber zum Glück sehr selten vor.

Chat-Admin: Der Live-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Bei offenen Fragen können Sie sich gerne via srf.ch/kontakt an uns wenden.

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