Zum Inhalt springen
Inhalt

Mona mittendrin «Die meisten haben wenig, teilen aber alles»

Mona Vetsch inmitten von 52 Asylsuchenden im Durchgangszentrum Biberbrugg im Kanton Schwyz. Intensive und eindrückliche Tage mit Menschen, die alles verloren haben und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Mona Vetsch im Asylheim
Legende: Mona Vetsch im Asylheim SRF

In dieser Sendung bist du wirklich mittendrin: Zu viert im 12 Quadratmeter-Zimmer mit Kajütenbetten. Wie hast du die Zeit im Asylzentrum erlebt?

Intensiv! Es gab viele lustige Momente. Aber auch Tränen.

Deine Zimmergenossinnen kommen aus Syrien, Irak und Eritrea. Haben sie dich als Mitbewohnerin akzeptiert?

Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen und mir mit allem ausgeholfen. Salz, Spülmittel, Tee. Das hat mich überhaupt beeindruckt: Die meisten haben wenig, teilen aber alles.

Wer eine Minute zu spät zur Arbeit erscheint, kriegt Abzug beim Geld.

Was macht man während des Tages in einem Asylzentrum?

Putzen, Schule, Kochen, Essen, Putzen. Ein Plan regelt, wer wann welches «Ämtli» hat. Das wird strikt kontrolliert. Der Rest? Ist Warten. Arbeiten dürfen Asylbewerber ja nicht.

Wie werden die Leute vorbereitet auf ihr Leben hier in der Schweiz?

Deutsch lernen ist das eine. Pünktlichkeit und Sauberkeit das andere. Wer eine Minute zu spät zur Arbeit erscheint, kriegt Abzug beim Geld. Ich fand das übertrieben streng am Anfang. Aber zum Teil waren die Leute monatelang auf der Flucht. Wieder verlässliche Strukturen zu haben, ist ein wichtiger Schritt in ein neues Leben.

Das Asylzentrum liegt in Biberbrugg SZ. Was ist das für ein Ort?

Es ist eher ein Verkehrsknotenpunkt als ein Ort. Das Zentrum liegt eingequetscht zwischen Bahnlinie und Strassen. Kontakt mit der Bevölkerung gibt’s nur im Nachbardorf Bennau.

Reden die Asylbewerber darüber, weshalb sie in die Schweiz gekommen sind?

Ungern. Sie schauen lieber nach vorn. Es gibt aber Ausnahmen. Eine afghanische Familie hat mich zum Znacht eingeladen und vom täglichen Terror erzählt, von der Angst um ihre Kinder.

Hast du dich jeweils gefragt, wer von den Asylbewerbern wohl in der Schweiz aufgenommen wird und wer nicht?

Natürlich. Aber es hilft, dass die Leute im Durchgangszentrum selber keine Entscheide fällen. Da steht die Frage nicht ständig im Vordergrund.

Meine Zimmergenossin Hind hat Unvorstellbares erlebt.
Mona Vetsch im Asylheim
Legende: «Mehr Schaum ist mehr sauber!» Mona Vetsch im Asylheim mit Zimmernachbarin Sabeeha SRF

Was hat dich besonders nachdenklich gemacht?

Die abendlichen Gespräche mit meiner syrischen Zimmergenossin Hind. Sie war Französisch-Übersetzerin an der Uni von Aleppo und hat Unvorstellbares erlebt.

Und worüber musstest du herzhaft lachen?

Die Putzmittel werden rationiert ausgegeben. Aber meine Zimmernachbarin Sabeeha hat mir klammheimlich mehr Reiniger in den Kübel geleert: «Mehr Schaum ist mehr sauber!»

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist aber doch hoffentlich den meisten klar, dass es sehr einfach ist, wenn man nichts hat, auch noch alles zu teilen! Das war noch nie ein Problem der Menschen. Mit diesem Beitrag werden die "Flüchtlinge" besser gestellt als sie sind. Wenn sie dann einmal aus den Unterkünften sind (mit fremdem Geld) dann werden auch sie nicht mehr teilen wollen. Ganz besonders nicht mit uns!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Echte Flüchtlinge, welche unverschuldet keine Lebensgrundlage mehr haben, an Leib und Seele gefährdet sind, müssen von den Menschen aufgenommen werden, welchen es gut geht - Nachbarschaftshilfe -! Gerade die Schweiz, welche in vielen Ländern - mittels egoistscher Habgier (Wirtschaft) Menschen damit ausbeutet (natürliche Ressourcen-Gewinnung), tut gut daran - hat die Pflicht -, echte Flüchtlinge (keine Wirtschafts-Flüchtlinge), aufzunehmen und zu versorgen!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Alle Lebewesen (Tier und Mensch),haben das Recht, auf dieser Welt zu leben. Für den eigenen Lebensunterhalt, müssen die Lebewesen, selber sorgen. Es gibt Regeln, welche respektiert, eingehalten werden müssen. Bei den Menschen, herrschen bedauerlicherweise keine fairen Lebens-Verhältnisse - es gibt zu viel: Egoismus, Profitgier, Herrschsucht, Rücksichtslosigkeit, Ausbeutung, Mord, Elend! Deshalb gibt es immer mehr Flüchtlinge, welche auf der Erde einen Ort suchen, wo sie leben/existieren können..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten