«Wir waren Helden» (1/2)

Am Abend des 10. Mai 2002 hält die Schweiz den Atem an. Die Schweizer U17-Junioren im Fussball geschafft, sich in der Europameisterschaft gegen übermächtige Teams wie England oder Portugal durchzusetzen und gewinnen im dänischen Städtchen Farum überraschend das Finalspiel gegen Frankreich.

Die Schweizer U17-Junioren spielen am 10. Mai 2002 in der Fussballarena des dänischen Städtchens Farum im EM-Finalspiel gegen Frankreich. Die Nerven liegen blank. Dann passiert das Unglaubliche: Die Schweiz katapultiert sich im Elfmeterschiessen mit 4:2 auf die europäische Fussball-Landkarte.

Für die jungen Europameister ist es der Startschuss in den internationalen Fussball. Bei einigen klopfen grosse ausländische Vereine an. Für viele bedeutet dieser Sieg aber bereits den Zenit ihrer Karriere. Das Erfolgsteam von 2002 und das Publikum erleben den Triumph von Farum noch einmal. Die «Helden von Dänemark» erzählen im Zweiteiler «SRF HE!MATLAND – Wir waren Helden» freimütig von ihrem Werdegang, den Erfolgen und Niederlagen, den Hoffnungen und Enttäuschungen, den Karriereplänen und Lebensentwürfen – damals und heute.

Zum Beispiel Philippe Senderos und Tranquillo Barnetta, die jetzt vor dem Ende ihrer erfolgreichen, internationalen Karriere stehen. Oder die Freunde Swen König und Sandro Burki, Goali-Trainer beim FC Luzern der eine, Sportchef beim FC Aarau der andere, die sich ein geruhsames Leben in der Provinz eingerichtet haben. Der Freigeist Henri Siqueira, Fotograf, Dokumentarfilmer und Anthropologe, der in Bogota hängen geblieben ist. Oder Marko Milosavac, der in Dänemark wichtige Tore schoss und heute am Flughafen Zürich arbeitet. Auch Ausbildner Markus Frei kommt zu Wort, der die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler kennt, und Mental-Coach Ruedi Zahner, dessen esoterisch anmutenden Methoden zu seinem Leidwesen heute im Spitzensport nicht mehr angewandt werden – obwohl er überzeugt ist, dass sie wesentlich zum Sieg beigetragen haben.

Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie mit Freude und Stolz an diese Tage zurückdenken, und an die Freundschaften, die damals entstanden sind. Wenn am Schluss alle zu einem «Klassentreffen» zusammenkommen und sie auf Grossbildschirm noch einmal die entscheidenden Momente des Endspiels erleben, dann erfahren auch die Zuschauerinnen und Zuschauer etwas von diesem Glücksgefühl, das entstehen kann, wenn zusammengewürfelte Einzelkämpfer aus allen Landesteilen gemeinsam Grosses vollbringen.