«Ich lasse kein Schwingfest aus»

Martina Studinger ist eine von rund 80 Frauen, die auf eidgenössischer Ebene Schwingsport betreiben. Die gelernte Bäuerin ist durch ihre 3 Brüder zum Schwingen gekommen. Diese waren zu Beginn nicht begeistert von den Plänen ihrer Schwester.

Die diplomierte Agrokauffrau verpasst kaum ein Schwingfest in ihrer Region, als Zuschauerin oder als aktive Schwingerin.
Bildlegende: Die diplomierte Agrokauffrau verpasst kaum ein Schwingfest in ihrer Region, als Zuschauerin oder als aktive Schwingerin. SRF

Die Liebe zu Schweizer Traditionen liegt bei den Studingers in der Familie: Die Eltern jodeln, die Brüder Christian, Matthias und Stefan schwingen und Martina selbst war als Kind im Trachtenverein. Beim Besuch eines Frauenschwingfest im Steinhuserberg hat Martina Studinger dann den Entschluss gefasst, selbst mit dem Schwingen anzufangen.

«Schwingen ist ein typischer Männersport», lässt sich der amtierende Schwingerkönig Kilian Wenger zitieren. Solche Aussagen bringen Martina Studinger längst nicht mehr aus dem Konzept. Sie ist überzeugt, dass Schwingen ein Sport ist für jedermann und jederfrau.

Der Einstieg in den Schwingsport war jedoch alles andere als einfach für die junge Frau. Im ersten halben Jahr sei sie heimlich ins Training gefahren. Ihre Brüder seien überhaupt nicht begeistert gewesen, als sie erfahren haben, dass die kleine Schwester ihnen nacheifert.

Heute nimmt Martina Studinger es gelassen, dass die Brüder nicht an ihre Wettkämpfe kommen: «Ich lasse mir die Kämpfe meiner Brüder trotzdem nicht entgehen.»

Redaktion: Andreas Capaul