Orangenpapierchen erzählen Geschichten

Es es ist die vielfältige Gestaltung, es sind die kreativen Schriftzügen und Bilder auf den zarten Orangenpapierchen, die Michael Flückiger faszinieren.

Der Sammler Michael Flückiger.
Bildlegende: Der Sammler Michael Flückiger. srf

Besonders bunte Motive auf den hauchdünnen Papierchen, seien ihm schon als Kind aufgefallen, erinnert er sich, er habe diese dann ausgeschnitten und in ein Album geklebt habe.

Gezielt zu sammeln angefangen, hat er allerdings erst in späteren Jahren als Erwachsener. Mittlerweile besitzt der 37-Jährige eine Sammlung mit über 4000 dieser bunt bedruckten Seidenpapierchen, womit Zitrusfrüchte, allem voran Orangen, eingewickelt und zum Verkauf angeboten werden. Und jedes einzelne ist ein kleines Kunstwerk für sich.

Orangenpapierchen sind kulturelle Zeitzeugen. Brauchte man die 1878 zum Patent angemeldeten hauchdünnen, damals noch unbedruckten Papierchen, vor allem um die reifen Orangen vor Transportschäden zu schützen, wurden sie mit der Zeit mehr und mehr zu bunten Werbeträgern. Je nach Zeitgeist änderten sich im Laufe der Jahre die Motive und die Schriftzüge auf den Seidenpapierchen, womit die Herstellerfirmen - anfänglich vor allem Familienbetriebe - ihre Produkte anboten. Orangenpapiere erzählen also Geschichte - Werbe- und Druckergeschichte und damit auch Zeitgeschichte.

Moderation: Joelle Beeler, Redaktion: Simone Meier Teuteberg