Menschlich-absurdes Roboter-Theater

«Hallo ... hallo ... hörst du mich? Ich kann dich nicht verstehen ...» Ein Schlüsselsatz aus der Oper «Hermes» des Künstlers Karl Heinz Jeron. Es ist eine Oper, die sich auch täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln abspielt.

Karl Heinz Jeron mit seinen beiden Oper-Superstars, den «singenden Robotern» aus Draht, «ordentlich» Heiss-Leim und Klebeband.
Bildlegende: Karl Heinz Jeron mit seinen beiden Oper-Superstars, den «singenden Robotern» aus Draht, «ordentlich» Heiss-Leim und Klebeband. SRF / Reto Widmer

Viele Menschen regen sich auf, wenn andere in öffentlichen Verkehrsmitteln lautstark telefonieren. Auch Karl Heinz Jeron, bildender Medienkünstler aus Berlin. Dann aber begann er quasi eine Selbst-Therapie gegen den Ärger und zeichnete die Gesprächsfetzen in einem Notizbuch auf.

Daraus ist die Oper «Hermes» entstanden. Ein Libretto mit den vier Akten Geheimnis, Sex, Schuld und Verrat. Zwanzig Minuten voller Dramatik - absurd, denn: «Handy-Geschwätz in öffentlichen Verkehrsmitteln ist oft absurdes Theater», sagt Jeron. Und so ist auch seine Oper ein absurdes Theater, ein Roboter-Theater, das dabei aber durchaus menschlich ist.

Denn: Jerons singende «Roboter» sind zwar sehr reduziert - ein Gebastel - erzeugen aber dennoch oder gerade deswegen bei der Mehrheit der Zuschauer viel Empathie.

«Hermes» ist am Freitagabend im Haus für elektronische Künste in Basel zu sehen.