Andreas Vitasek «Zentralfriedhof»

Man stelle sich vor: Andreas Vitasek, der immerhin seit über dreissig Jahren als Kabarettist auf der Bühne steht, ist immer noch extrem nervös vor einer Premiere! Der Wiener bekämpft seine Nervosität, indem er auf dem Wiener Zentralfriedhof seine künstlerischen Ahnen und Kabarettvorgänger besucht.

Kurze Zwiegespräche mit Karl Farkas, Maxi Böhm oder Helmut Qualtinger, dem er noch im Kaffeehaus begegnet ist, beruhigen ihn. Auch sein eigenes Familiengrab besucht er. Bei seinem toten Vater findet er Trost und Hilfe für allerlei Alltagsprobleme.

Wenn I amal stiab

Von der Schweiz aus betrachtet findet das Österreichische Kabarett vor allem in Wien statt, und vieles, was wir mit der Wiener Mentalität verbinden, spiegelt sich in den Programmen der Kabarettisten. Bei Georg Kreisler und Gerhard Bronner zum Beispiel elegant und bösartig-charmant, oder bei Helmut Qualtinger, der die beflissene, misanthropische Maske perfektioniert hat. Sie waren die bekanntesten künstlerischen Ahnen zum Beispiel von Josef Hader oder Andreas Vitasek.

Der melancholischen, morbiden, arglistig-charmanten Seite des «Weaner Schmäh» widmet Schweizer Radio und Fernsehen eine «Hörbühnen»-Woche.

Redaktion: Margret Nonhoff