Gerhard Polt: «Der Kormoran» und «Der Hundebesitzer»

Wenn Gerhard Polt sich mit der Tierwelt beschäftigt, geht's selten um zoologische Geschichten.

«Wir haben aus Bayern schon so viele hinausgeworfen: Hunnen, Römer, Österreicher, aber der Kormoran kommt da einfach so herein, ja wo sammer denn? - Wenn man dem Kormoran den kleinen Finger gibt, dann will er die ganze Hand.» Danach führt «Der Hundebesitzer» seinen geliebten Schäferhund spazieren, den Urenkel von Hitlers Lieblingshund. Ohne Waffenschein. «Er leistet einen unbedingten Gehorsam. Also wenn jetzt ich zum Beispiel sag «fass», nein, ich sag jetzt nicht «fass», aber wenn...»

Der bayrische Apokalyptiker
Im vergangenen Mai feierte der geniale Kabarettist Gerhard Polt seinen 70. Geburtstag. Der Bayer aus Altötting begleitet viele seiner Fans also schon lebenslang. Er spricht ihnen aus dem Herzen, sie finden sich in vielen der Poltschen Bühnengeschichten wunderbar vertreten. Wiederkehrendes Thema: die menschliche Gemeinheit. Instinktiv scheint sie zu sein, unreflektiert und dadurch noch bösartiger.

Gerhard Polt ist seit seinen Bühnen-Anfängen Mitte der 70iger Jahre zu einem der bedeutensten Kabarettisten deutscher Sprache geworden. Er hat sich mit allen Medien beschäftigt als Schauspieler, Musiker, Hörspiel- und Drehbuchautor. Er hat für Film und Fernsehen vor der Kamera gestanden, seine oft poetisch-philosophischen Texte sind auch in Buchform erschienen.

Redaktion: Margret Nonhoff