HörPunkt – der Tag: «1968 love love love»

1968 war das Jahr der Liebe, der Proteste, des Aufbruchs, des Neuanfangs, einer neuen Zukunft. Aber es gab nicht ein 1968, sondern viele – ebenso viele, wie es Erlebnisse, Geschichten, besondere Momente aus jenem Jahr gab, und in den Jahren danach.

Viele haben eine Erinnerung daran, noch viele mehr haben sich die Geschichten aus jenem Jahr erzählen lassen. Jede dieser Erzählungen geht ein klein wenig anders, aber für alle war jenes Jahr 1968 ein Moment der Veränderung – einer persönlichen, einer politischen auch. Schon lange war nicht mehr so viel Wille zum Aufbruch in der Luft gewesen, für manche geriet dieses Jahr zu einer Befreiung.

Doch was davon blieb – darüber gehen die Meinungen auseinander. Von einem Scheitern sprechen die einen, für viele aber, die damals mit dabei waren, bleibt 1968 prägend bis heute. In diesem HörPunkt gehen wir den Geschichten nach, den Brüchen vor und während 1968, und wir analysieren, wieviel 1968 in unserer Zeit nach wie vor drin ist.

Beiträge

  • «Sex & Körper», «Revolution & Macht»

    Die Geschichte von Maria Caminati, Frauenärztin. 1968 strampelt sie sich frei von einem Klima verklemmter Sexualität. Vom Muff, der im Widerspruch zu ihrer Lust am Leben und ihrer Lust an der Lust steht. Podcast von Anna Jungen.

    Und weiter - Benedikt Weibel, Unternehmer – 1968 hat ihm die Augen geöffnet für die Welt, aber an die Revolution hat er nie geglaubt. Sein Weg an die Spitze der SBB war ganz pragmatisch, und doch hat er sich ein klein wenig 1968 bewahrt. Wo und wie, das ist gar nicht so einfach herauszufinden. Podcast von Christoph Keller.

    Anna Jungen, Christoph Keller

  • «Anfänge & Auslöser»

    Was geschah 1968 tatsächlich, auch jenseits der Revolutionsromantik.

    Wo haben die Bewegten von damals angesetzt, zu welchen Mitteln haben sie gegriffen, um das zu erreichen, was sie wollten: die Gesellschaft revolutionieren? Darüber diskutieren Beatrice Kern und Christoph Keller mit dem Soziologen Ueli Mäder, der Historikerin Elisabeth Joris, dem Sozilologen Patrick Ziltener und dem Historiker Damir Skenderovic. Und - wir fragen, wo die Umbrüche von 1968 sich ereignet haben, wo in Kultur, Politik, Gesellschaft, Familie haben sich die Verhältnisse konkret verändert?

    Beatrice Kern, Christoph Keller

  • «Aufbruch & Veränderung»

    In der Diskussionsrunde reden Beatrice Kern und Christoph Keller mit dem Soziologen Ueli Mäder, der Historikerin Elisabeth Joris dem Soziologen Patrick Ziltener und dem Historiker Damir Skenderovic. Und setzen bei der Frage an, welches die Nachwirkungen von 1968 waren.

    Wir fragen, wo genau und ziehen einen Bogen von den Bürgerbewegungen hin zum berühmten Marsch durch die Institutionen. Im zweiten Teil reden wir über die Fallstricke von 1968 - denn auch das gilt: dass 1968 von vielen Seiten scharf kritisiert wird. Als der Beginn einer Ära des Zerfalls, der Beliebigkeit, der Individualisierung.

    Beatrice Kern, Christoph Keller

  • «Zwischenhalt»

    In dieser Stunde kommen die Hörerinnen und Hörer zur Sprache - was sie sich wünschen für kommende HörPunkte, ein Gespräch mit dem Verantwortlichen des HörPunkts «1968 love love love». Und dann: Ausbrechen aus der Enge, aus dem vorgezeichneten Lebensweg.

    Der Solothurner Marcel Meier kaufte sich 1973 mit seiner Freundin einen VW Bus und machte sich auf die Suche nach der grossen Freiheit. Das logische Ziel damals: Goa, Indien. Eine Reise, die ihn bis heute prägt. Podcast von Daniel Theis.

    Daniel Theis

  • «Wohnen & Politik»

    Das Gespräch mit Thomas Wagner, Autor des Buchs «Die Angstmacher», zur Frage: Warum war 1968 auch die Geburtsstunde der Neuen Rechten. Und weiter: Silvia Grossenbacher – 1968 hat sie in die Politik geführt und in eine Kommune, wo Politik und Hedonismus zusammentrafen.

    Drei linke Parteien auf drei Stockwerken in der Schaffhauser Altstadt - und nicht ganz so viel Sex, Drugs und Rock'n'Roll, wie erwartet. Podcast von Christian von Burg.

    Christian von Burg, Christoph Keller

  • «Freiheit & Aufbruch», «Kämpfen & Träumen»

    Zunächst die Geschichte von Wolfgang Bortlik, Autor, Kritiker, Übersetzer und Musiker. 1964 hört der damals 13-Jährige «A Hard Days Night» von den Beatles, und sein Leben verändert sich auf einen Schlag. Podcast von Elisabeth Baureithel.

    Und - die Geschichte von Therese Frösch, erste Finanzdirektorin der Grünen in der Stadt Bern, später Nationalrätin, an vielen Fronten politisch engagiert. Sie träumte schon im kleinbürgerlichen Zofingen von einer gerechteren Welt und sah später ein, dass Politik auch darin besteht, kleine Ziele zu erreichen. Podcast von Christoph Keller.

    Elisabeth Baureithel, Christoph Keller

Moderation: Beatrice Kern, Redaktion: Christoph Keller