«Am Anfang war die Nacht Musik» von Alissa Walser

Ein Wunderkind am Klavier, ein zweiter Mozart: Das sah man in Maria Theresia Paradis. Die kleine Maria selbst sieht jedoch nichts, denn sie ist in frühster Kindheit erblindet. Erst der Arzt Franz Anton Mesmer scheint sie mit seiner Magnettherapie heilen zu können. Doch die Heilung hat ihren Preis.

Portrait von Alissa Walser
Bildlegende: Alissa Walser, 1961 geboren, ist Schriftstellerin, Malerin und Übersetzerin. imago / Hoffmann

Denn je mehr Maria ihren Sehsinn zurückerlangt, desto mehr verliert sie ihr Gespür für Musik. Und das will sie nicht akzeptieren. Aber der Arzt Mesmer braucht kein Wunderkind am Klavier, sondern die wundersame Heilung einer Patientin

Die blinde Pianistin und den magnetischen Wunderheiler hat es übrigens tatsächlich gegeben. Mesmers animalischer Magnetismus hat die Zeitgenossen fasziniert, in Wien und ganz Europa, und auch später immer wieder Schriftsteller inspiriert, von E.T.A. Hoffmann, über Edgar Allan Poe bis zu Stefan Zweig.

Mit: Gerti Drassl (Maria Theresia), Peter Simonischek (Mesmer), Erwin Steinhauer (Hofsekretär Paradis), Regina Fritsch (seine Gattin), Michael Dangl (Riedinger), Peter Matic (Erzähler), Wolfgang Hübsch (von Störck), Florian Teichtmeister (Mozart), Chris Pichler (Jungfer Ossine)

Musik: Peter Kaizar - Hörspielfassung und Regie: Harald Krewer - Produktion: NDR/ORF 2010 - Dauer: 58'

Alissa Walser, 1961 geboren, ist Schriftstellerin, Malerin und Übersetzerin. 1992 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sie hat Theaterstücke von Joyce Carol Oates und Edward Albee übersetzt, aber auch Lyrik von Sylvia Plath. Zuletzt veröffentliche Walser den Prosaband «Eindeutiger Versuch einer Verführung».

Dieses Hörspiel dürfen wir Ihnen für 7 Tage zum Nachhören zur Verfügung stellen. Danach wird es vom Netz genommen.

Redaktion: Susanne Janson