«Auch Deutsche unter den Opfern» von Tugsal Mogul

Der NSU-Strafprozess ist der grösste Strafprozess seit der deutschen Wiedervereinigung. Seit über 400 Verhandlungstagen bemüht sich die Justiz um Aufklärung. Tugsal Mogul hat die verfügbaren Fakten nach jahrelanger Recherchearbeit zusammengetragen.

Tugsal Mogul
Bildlegende: Tugsal Mogul imago/Horst Galuschka

Es ist ein Verbrechen, das so gross scheint, dass es kaum zu bewältigen ist. Bereits seit über 400 Verhandlungstagen versucht die deutsche Justiz im NSU-Prozess die Hintergründe von zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und 15 Raubüberfällen aufzuklären. Aus den geplanten zwei Jahren Prozessdauer sind inzwischen fünf geworden. Frühestens im Mai wird ein Urteil erwartet.
In jahrelanger Recherchearbeit hat Tugsal Mogul die Fakten und Hintergründe zusammengetragen, den laufenden Prozess in München besucht, mit Rechtsanwälten, Journalisten und Prozessbeobachtern gesprochen.

Was er gefunden hat, zeigt nicht nur Pannen, sondern regelrechte Sabotageakte bei den Ermittlungen. Da züchtet der Thüringer Verfassungsschutz die rechte Szene selber, die er zu überwachen hat, Akten von V-Männern verschwinden und absurde Schlüsse werden auf der Suche nach den Tätern gezogen: «Diese Art der Hinrichtung - so können Deutsche gar nicht morden». Diskriminierung und rassistische Vorurteile ziehen sich durch die Ermittlungen, die wie eine Posse wirken könnten, wäre die Realität nicht so erschütternd.

Mit: Marina Frenk, Christian Löber, Carb Carl Beike, Carolin Wirth, An Kuohn, Thomas Anzenhofer, Tugsal Mogul und Ernst-August Schepmann

Musik: Ralf Haarmann - Hörspielfassung und Regie: Ralf Haarmann - Produktion: WDR 2017 - Dauer: 53'

Das Hörspiel können Sie auf der Internetseite des WDR nachhören.

Redaktion: Katrin Zipse