«Ausgeträumt» von Charles Bukowski

Ein abgehalfterter Detektiv trifft auf lauter skurrile Figuren in aberwitzigen Situationen: Schundliteratur mit derbem Humor erzählt von Amerikas bekanntestem Schund-Poeten, «Pulp Fiction» im Wortsinn. Bukowskis letzter Roman aus seinem Todesjahr 1994 in einer Hörspielfassung.

Bungalow hinter Gitter.
Bildlegende: In diesem Bungalow schrieb Charles Bukowski. reuters

Nick Belane ist Privatdetektiv in Los Angeles. Ein alternder Ich-Protz voller Selbstmitleid. Nach ziemlicher Flaute tauchen endlich wieder Klienten in seinem Büro auf. Für Lady Death, eine gefährliche Schönheit, die ihrem Namen alle Ehre macht, soll er einen gewissen Céline aufspüren, einen Franzosen, der immer wieder in einem Buchladen gesichtet wird.

Ist er ein Wiedergänger des berühmten Schreiberlings Louis-Ferdinand Céline, der seit über 40 Jahren tot ist? Einem Totengräber soll Belane eine umwerfend schöne Ausserirdische vom Hals schaffen, und ein Mann, der sich gehörnt fühlt, will endlich Beweise für die Untreue seiner Ehefrau. Völlig verrückt aber scheint der Auftrag, den «Red Sparrow» zu suchen.

Ein roter Spatz, was soll das? Als Belane erkennen muss, was sich hinter der Sache verbirgt, weiss er, dass es um nichts weniger als sein Leben geht.

Mit: Otto Sander (Nick Belane), Donata Höffer (Lady Death), Berthold Toetzke (John Barton), Heinrich Giskes (Red Koldowsky), Dominique Horwitz (Celine), Elmar Roloff (Jack Bass), Yvonne Devriant (Cindy), Angelika Bartsch (Jeannie Nitro), Klaus Herm (Hal Grovers), Samuel Weiss (Billy), Katharina Palm (Kitty), Helmut Stange (Harry Sanderson) u.a.

Aus dem Amerikanischen von Carl Weissner, Hörspielbearbeitung: Regine Ahrem, Regie: Stefan Hilsbecher, Produktion: SWR 1997 - Dauer: 54'

Charles Bukowski, geboren 1920 als Heinrich Karl Bukowski im deutschen Andernach, zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Los Angeles, in die Geburtsstadt seines Vaters. Vom prügelnden Vater drangsaliert und von Akne gequält, flüchtete sich der Jugendliche in die Welt der Literatur.

Ein Journalistik-Studium brach er ab, zog kreuz und quer durch die USA. Begann nach wechselnden Jobs als Tankwart, Schlachthof- und Hafenarbeiter sowie Briefzusteller zu schreiben, und wurde ab 1970 durch Veröffentlichung von Gedichtbänden, Short Stories, Romanen und einem Drehbuch zu einer Kultfigur der amerikanischen Underground-Literatur.

Er starb von Alkoholismus schwer gezeichnet am 9. März 1994 bei Los Angeles, bald nach der Fertigstellung seines letzten Romans «Ausgeträumt».

Redaktion: Mark Ginzler