«Beschreibung eines Kampfes» 1/2 Franz Kafka

Kafkas früheste Erzählung beginnt mit der Geschichte eines namenlosen Erzählers. Der berichtet von der Begegnung mit einem dicken Menschen, welcher vor seinem Ertrinken in einem Fluss eine Geschichte erzählt. Auch in dieser tritt ein Erzähler mit einer Geschichte auf. Es ist ein ungläubiger Beter.

Getrennt und doch durchlässig: ‹Breathing Room III› von Antony Gormley.
Bildlegende: Getrennt und doch durchlässig: ‹Breathing Room III› von Antony Gormley. keystone

Die drei ineinander verschachtelten Geschichten spiegeln sich gegenseitig. Sie vermitteln den Eindruck, in einem hologrammatischen System eingebunden zu sein und eigentlich ein- und dieselbe Geschichte in leicht verschobener Perspektive abzubilden. Insgesamt werden fünf Begegnungen geschildert, davon finden vier zwischen Männern statt. Die Gefühlslagen sind stets ambivalent und schwanken zwischen Angst, Eifersucht und überschwänglicher Zuneigung.

Der Text entstand zwischen 1904 und 1907. Er blieb Fragment und gehört zum erst posthum von Kafka-Freund Max Brod veröffentlichten Nachlass. Einige Passagen allerdings hat Kafka herausgelöst und als Kurzprosa in seine erste Buchveröffentlichung, «Betrachtung» von 1912/1913, aufgenommen.

Mit Torben Kessler (Ich), Stefan Roschy (der Bekannte), Helmut Krauss (der Dicke), Lars Rudolph (der Beter), Thomas Douglas (der Betrunkene), Mareike Sedl (das Fräulein) u.a.

Musik: Thorsten Soltau, Jannik Giger, Giovanni Di Stefano - Klavier: Lukas Huber

Hörspielfassung und Regie: Claude Pierre Salmony - Produktion SRF 2013 - Dauer: 61'

2/2: Samstag, 6.7.2013, 21.00 Uhr, SRF 2 Kultur

Redaktion: Claude Pierre Salmony