«Bitzius» von Beat Sterchi

Er war ein Mann des Wortes und ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit: Pfarrer Albert Bitzius, der als Dichter Jeremias Gotthelf berühmt wurde. Die unbändige Macht seiner berndeutsch grundierten Sprache steht im Zentrum des Hörspiels von Beat Sterchi, das 2004 zu Gotthelfs 150. Todestag entstand.

Jeremias Gotthelf (gemalt von Johann Friedrich Dietler (um 1844))
Bildlegende: Jeremias Gotthelf (gemalt von Johann Friedrich Dietler (um 1844)) wikipedia

Gotthelf ist für viele bis heute ein Denkmal geblieben. Ein Garant für die heile, bäuerliche Welt einer Schweiz im Stillstand. Dabei geht gern vergessen, dass Gotthelf zu Lebzeiten höchst umstritten war. Nicht nur literarisch, sondern vor allem in seiner bürgerlichen Existenz als Pfarrer Albert Bitzius. Da machte er sich durch sein soziales Engagement viele Feinde. Als Schulinspektor war Bitzius ab 1835 zehn Jahre lang zuständig für 18 Schulen im Emmental. Er legte sich mit Lehrern, bildungsfernen Bauern und der Obrigkeit an, bis man ihn aus dem Amt jagte.

In seinem Hörspiel montierte Beat Sterchi Auszüge aus Briefen, Reden und Predigten zu einem neuen, ebenso musikalischen wie vergnüglichen Gotthelf-Bild, das viele moderne Assoziationen weckt.

Mit: Ueli Jäggi (Bitzius), Bettina Stucky (Frau Bitzius), Rahel Hubacher (Henriette, die ältere Tochter), Sonja Gertsch (Cécile, die jüngere Tochter), Marlise Fischer (Marie, die Halbschwester)

Tontechnik: Jack Jakob - Regie: Charles Benoit - Produktion: SRF 2004 - Dauer: 50'

Redaktion: Simone Karpf