«Bluthochzeit» von Federico García Lorca

Eine düstere Anklage gegen die tödliche Macht bäuerlich-archaischer Traditionen, denen Frauen in aller Welt noch immer ausgeliefert sind. Verdammt zu tragischen Figuren, deren Menschlichkeit und Selbstbestimmung durch Armut, Enge und «machismo», den Männlichkeitswahn, verkrüppelt wird.

Schatten eines Liebespaares
Bildlegende: Leonardo, der seit Jahren eine freudlose Ehe führt, kann seine Jugendliebe nicht vergessen – und sie ihn nicht. imago / Blickwinkel

Leonardo, der seit Jahren eine freudlose Ehe führt, kann seine Jugendliebe nicht vergessen – und sie ihn nicht. Standesdünkel und Armut haben ihre Heirat verhindert. Nun kommt der Tag, an dem die Frau seines Herzens mit einem anderen, wohlhabenderen Mann zum Altar schreiten wird. Am Hochzeitsmorgen gesteht Leonardo der Braut seine ungebrochene Liebe. Und auch sie, «wahnsinnig vor Dulden und Harren» kann ihre Leidenschaft nicht mehr unterdrücken. Während der ausgelassenen Hochzeitsfeier entführt Leonardo die Braut auf seinem Pferd in die Berge. Der Bräutigam muss natürlich seine Ehre rächen und nimmt mit seinen Freunden die Verfolgung auf. Die Liebenden wissen, dass sie nur diese eine kurze Nacht für sich haben. Umsonst fleht die Braut, Leonardo möge sich durch Flucht retten. Seine Ehre gebietet es, den Rivalen zum Zweikampf zu erwarten. Es kommt, wie es kommen muss. Am Ende stehen drei Frauen allein, versteinert vor Schmerz, und tragen ihre Liebe zu Grabe: Die Mutter des Bräutigams, Leonardos Frau und die Braut.

Mit: Ellen Widmann (Die Mutter), Helga Roloff (Die Braut), Ann Höling (Die Frau Leonardos), Mila Kopp (Die Magd), Ebba Johannson (Die Nachbarin), Valerie Steinmann (Mädchen), Wolfgang Schwarz (Leonardo), Wolfgang Forester (Der Bräutigam), Hermann Gaupp (Der Vater der Braut), Gert Westphal (Der Mond), Johannes von Spallart (Der Tod), Eva Wächter (Schwiegermutter) u.a.

Aus dem Spanischen von Enrique Beck - Bearbeitung: Fred von Hoerschelmann - Musik: Emil Moser - Regie: Robert Bichler - Produktion: SRF 1966 - Dauer: 61'

Diese Produktion dürfen wir Ihnen für 30 Tage zum Nachhören zur Verfügung stellen.

Redaktion: Mark Ginzler