«Das Gelübde» von Dominik Busch

Ein Flugzeug gerät in Turbulenzen, trudelt - und stürzt ab. Tim, ein junger Arzt, legt im Angesicht der Katastrophe ein Gelübde ab: Sollte er das Unglück überleben, wird er in die afrikanische Krankenstation zurückkehren, in der er gerade einige Monate gearbeitet hat. Für den Rest seines Lebens.

Krankenstation in Afrika
Bildlegende: Tim folgt seinem Gelübte und kehrt zurück in die afrikanische Krankenstation. imago /Photothek

Das Unerwartete tritt ein, er überlebt. Und er bleibt seinem im Innern getroffenen Gelübde treu. Nun trifft er in der Heimat auf die Menschen, die ihm nahestehen, auf Mutter und Vater, auf den engsten Freund, die beste Freundin und auf seine Lebensgefährtin, die das erste gemeinsame Kind erwartet. Sie scheinen alle grosses Verständnis für seine getroffene Entscheidung zu zeigen, allerdings folgt ihrer Rationalität immer ein ganz grosses ABER - es war doch keine freie, sondern eine in einer extremen Notsituation getroffene Entscheidung und so fort. Die alltäglichen Ausflüchte des Lebens bilden die conditio sine qua non, mit der sich trefflich (weiter)leben lässt

Tims Beharrlichkeit bringt sie aus der Fassung: Warum gibt er alles auf, um dorthin zurückzukehren? Tim scheint sich durch sein existenzielles Versprechen in einen anderen verwandelt zu haben, in eine andere Möglichkeit seiner selbst. Ist es denn so unmöglich, an etwas zu glauben, das grösser ist als man selbst? Dies ist kein Stück über Religion, wohl aber ein tief religiöses.

Mit: Ole Lagerpusch (Tim), Ingo Hülsmann (Erzähler), Sascha Nathan und Stefanie Kirsten (Chor), Lisa Hagmeister (Sarah), Wanja Mues (Freund), Meike Droste (Freundin), Dörte Lyssewski (Mutter), Michael Wittenborn (Vater), Thomas Krümmel (Ansagen)

Dramaturgie: Peter Liermann - Regie: Silke Hildebrandt - Produktion: HR 2017 - Dauer: 54'

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Susanne Janson