«Das Totenschiff» nach dem gleichnamigen Roman von B. Traven

Ein Klassiker der Hörspielgeschichte wird 70! Ein Abenteuerroman als Anklage und düstere Metapher: gegen die Unmenschlichkeit global agierender Wirtschaftsmacht und über Absurdität und bürokratischen Wahnsinn gegenüber Asylsuchenden.

Foto von einer Windjammer bei Antwerpen
Bildlegende: Durch einen dummen Zufall verpasst ein amerikanischer Seemann in Antwerpen sein Schiff; es dampft ohne ihn ab, hat aber den Pass des jungen Mannes an Bord. imago / Thomas Zimmermann

Durch einen dummen Zufall verpasst ein amerikanischer Seemann in Antwerpen sein Schiff; es dampft ohne ihn ab, hat aber den Pass des jungen Mannes an Bord. Und da steht er nun, ohne Papiere und damit auch ohne Existenzberechtigung. Wird von Land zu Land abgeschoben, immer wieder verhaftet und eingesperrt, einmal sogar mit standrechtlicher Erschiessung bedroht. In seiner Not heuert er schliesslich auf verschiedenen der sogenannten «Totenschiffe» an, seeuntüchtigen Kähnen, auf denen die Mannschaft wie Sklaven gehalten wird.

Erschienen 1926 ist «Das Totenschiff» ein Klassiker der sozial, politisch und ökologisch engagierten Literatur - heute immer noch von unverminderter Aktualität.

Mit: Wolfgang Golisch (Bill), Hans Goguel (Spanischer Polizist), Agi Prandhoff (Schwarze Dame), Horst Uhse (Belgischer Polizist), Alfred Höckmann (Belgischer Polizist 2), Oskar Möbius (Polizeikommissar), Günter Vulpius (Konsul/Kapitän), Heinz Schimmelpfennig (Schaffner), Per Lhot (Schnellrichter), Ludwig Baschang (Gefängnisdirektor), Horst Scharfenberg (Soldat), Hubert Kiurina (Leutnant), Bernd Schorlemer (Kommandant), Ernst Sladeck (Ingenieur), Joachim Ernst (Krikor), Alois Garg (Laski)

Komposition: Karl Sczuka - Hörspielbearbeitung: Ernst Schnabel - Regie: Karl Peter Biltz - Produktion: SWR 1947 - Dauer: 79'

B. Traven (Pseudonym) hat seine wahre Identität ein Leben lang konsequent verschleiert. Fest steht, dass er Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurde, zwischen 1907 und 1923 in Deutschland lebte, aktiv an der Münchner Räterepublik teilnahm und für die radikal-anarchistische Zeitung «Der Ziegelbrenner» schrieb. Vor den Weissgardisten, die ein Todesurteil gegen ihn ausgesprochen hatten, floh er nach London, später nach Mexiko. Am 26. März 1969 starb er in Mexico City und erhielt ein Staatsbegräbnis. Seine zahlreichen Romane erreichten Millionen begeisterter Leserinnen und Leser in aller Welt.

Karl Sczuka (1900-1954), Hauskomponist des damaligen SWF, komponierte die Musik zu über 150 Hörspielen. Ihm ging es dabei, wie Peter Voss, ehemaliger Intendant des SWR, betont, «...um Musik als Darstellung, nicht um kompositorische Zutaten, die auch verzichtbar gewesen wären. Mit seiner Musik konnten Hörspiele zu kinohaften Erlebnissen werden».
Der nach ihm benannte Karl-Sczuka-Preis ist die wichtigste Auszeichnung für Radiokunst.

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Redaktion: Mark Ginzler