«De Sturz» von Rainer Puchert

Man trifft sich immer zweimal im Leben. So wie Heinz und Irene, die sich nach acht Jahren zufällig wieder über den Weg laufen. Die gemeinsame Vergangenheit scheint weit weg, doch dann rutscht Irene im Schneematsch aus. Ein Sturz, und alle Gewissheiten sind weg. Die Chance für einen Neuanfang?

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Nach dem Unfall auf der Strasse nimmt Heinz die verwirrte Irene mit in seine Wohnung. Hat sie eine Gehirnerschütterung oder ist ihr bloss schlecht vom Mittagessen? Heinz, der alleinstehende Illustrator, versucht zu helfen, doch Irene verweigert sich. Ist plötzlich aufgedreht, um im nächsten Moment in Tränen zu versinken. Dann legt sie sich aufs Sofa, und sie hören die Jazz-Platten von früher.

Irene träumt noch einmal die Träume von damals, Träume von Aufbruch und Freiheit. Jetzt ist sie Ende zwanzig, verheiratet und Mutter eines Sohnes.  Angekommen im Leben und eigentlich schon am Ende. Irene beginnt, Fluchtwege durchzuspielen.

Der Hörspiel-Routinier Rainer Puchert hat dieses Duett für Beziehungsgeschädigte schon vor 30 Jahren geschrieben. Beinahe dokumentarisch zeigt es die misslingende Emanzipation einer durchschnittlichen Frau in der damaligen Zeit. Doch auch heute, im multioptionalen Zeitalter der Selbstbestimmung, braucht es nicht viel, dass jemand den Boden unter den Füssen verliert.

Der Schauspieler Heinz Bühlmann (1943-2004) übertrug das Stück in Dialekt und übernahm die männliche Hauptrolle.

Mit: Heinz Bühlmann (Heinz), Elisabeth Berger (Irene), Suzanne Kennel-Rathgeb (Ruth), Marlene Stocker (Frau Stutz), Alice Brüngger (Frau), André Frei (Taxichauffeur) u. a.

Musik: Peter Schaller

Mundart-Bearbeitung: Heinz Bühlmann

Regie: Franziskus Abgottspon

Produktion: SRF 1983

Dauer: 48‘

Redaktion: Reto Ott