«Der Streik der Diebe» von Jura Soyfer

«Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie?» Diese provokante Frage stellt Bertold Brecht in der Dreigroschenoper. Aber Jura Soyfer steht dem Meister in Sachen Kapitalismuskritik in nichts nach. Witzig ironisch formuliert er diese in einem Filmexposé. Götz Fritsch hat daraus ein Hörspiel geschaffen.

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Es herrscht Wirtschaftskrise. Die Diebe finden nichts mehr, was sie stehlen könnten. Sie beschliessen zu streiken. Mit fatalen Folgen. Als erstes kollabiert die Sicherheitsindustrie, dann die Banken. Die Polizei muss ihre Beamten entlassen und für die Zeitungen gibt es in der Rubrik «Unfälle und Verbrechen» nichts mehr zu berichten. Am Ende beschliesst die Polizei Diebe auszubilden, nur so kann die Wirtschaft wieder angekurbelt werden.

Soyfer entwarf diese Groteske 1936/37. Knapp 80 Jahre später hat sie nichts von ihrer Brisanz eingebüsst.

Mit: Andreas Vitasek (Erzähler), Helmut Berger (Hans West), Gerti Drassl (Lilian Kessler), Johann Adam Oest (Direktor Kessler), Wolfgang Böck (Kassen-Josef), Adi Hirschal (Komplize), Boris Eder (Meininger), Rainer Frieb (Redakteur Stallmeister), Harald Harth (Polizeipräsident) u.a.

Musik: Max Nagl - Hörspielfassung und Regie: Götz Fritsch - Tontechnik: Herta Werner, Hannes Stern - Produktion: ORF 2010 - Dauer: 41'

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir nur einen Auschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Karin Berri