«Die kleinen Füchse» von Lillian Hellman 1/2

Die Südstaaten, Anfang des 20. Jahrhunderts: Die Brüder Benjamin und Oscar Hubbard wollen in eine Baumwollspinnerei investieren. Doch es fehlt ihnen an Kapital; Kapital, das ihr Schwager Horace einschiessen soll. Doch der lebt nicht nur getrennt von seiner Frau Regina, sondern ist auch schwerkrank.

Ein Bauer läuft durch eine Baumwollplantage.
Bildlegende: Ein Bauer läuft durch eine Baumwollplantage. Reuters

In «Die kleinen Füchse» entspinnt Lillian Hellman ein veritables Familiendrama. Die Beziehungen sind völlig vom Geld durchwirkt, sodass ein jeder zum finanziellen Spielball für den anderen wird: Schwester und Bruder, Neffe und Onkel, Tochter und Mutter, alle appellieren sie abwechselnd an die wirtschaftliche Vernunft, und an die Familienehre. Auf der Strecke bleibt das Individuum mit seinen wirklichen Bedürfnissen. Mit dem Titel spielt Hellman übrigens auf das Hohelied an: «Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die uns die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge sind in der Blüte!»

Mit: Maria Becker (Regina Giddens), Adolph Spalinger (Horace Giddens), Inge Bahr (Alexandra Giddens), Anne-Marie Blanc (Birdie Hubbard), Leopold Biberti (Ben Hubbard), Hans-Helmut Dickow (Oscar Hubbard), René Scheibli (Leo Hubbard), Wolfgang Warncke (William Marshall), Marlis Gerwig (Addie), Edzard Wüstendörfer (Cal)

Aus dem Amerikanischen von Walter Firner - Musik: Emil Moser - Tontechnik: Irmgard Bichler - Regie: Hans Jedlitschka - Produktion: SRF 1968 - Dauer je Folge: 50'

Die US-amerikanische Schriftstellerin Lillian Hellman (1905–1984) wurde bekannt mit Theaterstücken und Filmdrehbüchern (z.B. «Die Wacht am Rhein»). Als linke Aktivistin geriet sie in den 50er Jahren ins Visier des «Komitees für unamerikanische Umtriebe» von Senator McCarthy. Wegen ihres aufrechten Verhaltens bei den Verhören wurde sie zur Ikone im Kampf gegen die Intoleranz der McCarthy-Ära.

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Redaktion: Wolfram Höll