«Die lächerliche Finsternis» von Wolfram Lotz

Ultimo wollte Fischer werden. Aber das Meer ist leergefischt, und nun steht der junge Somali als Pirat vor Gericht. Im selben Moment fährt der deutsche Hauptfeldwebel Pellner einen afghanischen Fluss hinauf. Er soll einen durchgeknallten Offizier finden, der zwei Kameraden erschossen hat.

Ein Jugendlicher trägt in Mogadischu einen Fisch zum Markt.
Bildlegende: Wenn das Meer leergefischt ist, bleibt vielen noch die Piraterie. Keystone

«Die lächerliche Finsternis» spielt im Hier und Jetzt: In Afghanistan, wo Deutschland in einen Krieg verwickelt ist. Aber auch in einem deutschen Gericht, wo man somalische Piraten anklagt. Dem Autor Wolfram Lotz gelingt es, die Gleichzeitigkeit der Weltgeschehnisse darzustellen. Und dabei immer auch in Frage zu stellen, wie leichtfertig wir von fernen, aber konkreten Ländern, Menschen und politischen Verhältnissen sprechen – ob in der Zeitung, am Cafétisch oder eben auch im Hörspiel. Lotz unterläuft Gewissheiten mit feinen Verschiebungen: Da ist der Hindukusch auf einmal kein Gebirge mehr, sondern ein Fluss. Und da wächst mitten im kargen Afghanistan ein Dschungel, so undurchdringlich wie die Wirklichkeit.

Mit: Julian Greis (Pirat Ultimo/Papagei), Christoph Luser (Hauptfeldwebel Oliver Pellner), Alexander Scheer (Unteroffizier Stefan Dorsch), Cornelius Obonya (Oberstleutnant Karl Deutinger), Tim Seyfi (Bojan Stojkovic/Kröka), Andreas Grothgar (Reverend Carter), Johann von Buelow (Lodetti/Lippenbär), Lars Rudolph (Tofdau/Panya) u.a.

Musik: zeitblom - Regie: Leonhard Koppelmann - Produktion: SWR 2015 - Dauer: 75'

Der Autor Wolfram Lotz wurde 1981 in Hamburg geboren. Nach dem Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig wurde er zu einem der innovativsten Dramatiker unserer Zeit. Seine Theaterstücke «Der grosse Marsch» und «Einige Nachrichten ans All» wurden mehrfach ausgezeichnet. Wolfram Lotz schreibt auch Hörspiele: Nach «In Ewigkeit Ameisen» ist «Die lächerliche Finsternis» sein zweites Hörspiel; ein Hörspiel, das seinerseits auch an vielen Theatern gespielt wird.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Wolfram Höll