«Die letztesten Dinge» von Gion Mathias Cavelty

Wo befindet sich das paradiesischste aller Paradiese? Wo der himmlischste der Himmel? Was hat Peter Alexander damit zu tun? Und warum sind Auberginen der Inbegriff des Bösen? Das sind einige der Fragen, denen Gion Mathias Cavelty im zweiten Teil seiner «Andouillette-Trilogie» auf den Grund geht.

Illustration «Die letztesten Dinge»
Bildlegende: Illustration «Die letztesten Dinge» Chrigel Farner

Dieses Hörspiel ist ein einziges Als-ob. Es gründet im Nichts, handelt von Ideen und ist bevölkert von Geisterwesen. Auch Gott ist nichts mehr als eine Idee. Er war, in Gestalt einer Lichtfrucht, am Ende des ersten Teils der «Andouillette-Trilogie» von der armen Seele des Ich-Erzählers heroisch vor der endgültigen Vernichtung gerettet worden. Jetzt vegetiert Gott antriebslos vor sich hin, bis er ohne rechten Willen dennoch den Schöpfungsprozess in Gang setzt. So entsteht, noch vor allem anderen, der strahlend schöne Media-Markt

Gion Mathias Cavelty treibt ein ebenso tiefsinniges wie respektlos-satirisches Spiel mit theologischen, philosophischen und popkulturellen Motiven. Der Klangkünstler Martin Bezzola hat die bizarre Szenerie akustisch nachgebaut und sie mit einem Soundtrack versehen, der von Wagners Waldhorn über Hollywoods Geigen bis hin zu flotten Discobeats nichts auslässt.

Mit: Jörn Hentschel (Ich-Erzähler und Stellvertreter Gottes), Thomas Neumann (Gott), Ludwig Boettger (Seele 1), Daniela Sarda (Seele 2/Knollengewächs), Elisabeth Stäheli (Seele 3), Franz Baumann (Seele 4), Arthur Klemt (Seele von Guy), Walter Baumgartner (Seele des Leiters der Seelenaktenerfassung), Henning Sedlmeir (Seele des Geheimpolizeichefs), Peter Kner (Seele von Artos), Gottfried Breitfuss (Oberschalter Bornfall), Alice Müller und Gergely Kispál (Auberginen), Daniel Winkler, Rolf Saxer, Tomas Korber, Martin Bezzola, Gion Mathias Cavelty

Hörspielfassung: Martin Bezzola und Gion Mathias Cavelty - Aufnahme: Andreas Meinetsberger, Ueli Karlen, Roland Fatzer - Musik: Martin Bezzola, Mathias Vetter - Sound Design und Regie: Martin Bezzola - Redaktion: Reto Ott - Produktion: SRF 2017 - Dauer: 54'

Die beiden anderen, zur Triologie gehörenden Hörspiele sind «Die Andouillette» und «Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete»

Im Anschluss an das Hörspiel senden wir folgendes Kurzhörspiel vom 9. Berliner Hörspielfestival:

«triggerwarnung» von Jörg Piringer. Ein Echo populistischer Narrative gefiltert durch und unterbrochen von automatisch generierten algorithmischen Texten. Die Filterblase der sozialen Medien trifft auf kybernetische Feedbacksprachschleifen. (Dauer: 15)

Redaktion: Katrin Zipse