«Die Reise» von Bernward Vesper

Als 1977 Bernward Vespers unvollendeter Roman «Die Reise» erschien, wurde das Buch schnell Kult und zum Bestseller. Kein Wunder, spiegelte es doch auf dem Höhepunkt des RAF-Terrorismus anhand einer sehr persönlichen Biografie die Zerrissenheit jener Zeit.

Vesper war der Sohn des Schriftstellers und überzeugten Nationalsozialisten Will Vesper. Er driftete schliesslich in die Drogensucht ab und nahm sich 1971 in einer psychiatrischen Anstalt das Leben. «Die Reise», posthum erschienen und als Porträt einer verlorenen Generation gefeiert, ist Auseinandersetzung mit der deutschen Gegenwart ebenso wie mit der Vergangenheit, ist Rundumschlag gegen den Faschisten «Vater» und das Gemüse «Deutsche Bürger», ist Tripschilderung im Geiste des Pop, Protokoll des Scheiterns und bewegende Rückerinnerung «an die in den Brunnen gefallene Kindheit».

Mit: Bernhard Schütz - Bearbeitung und Komposition: Klaus Buhlert - Regie: Klaus Buhlert - Produktion Hessischer Rundfunk, 2002

Mit einem Essay von Gisela Zeller Steinbrich, Psychoanalytikerin.

Redaktion: Franziska Hirsbrunner