«Die Reiterarmee» von Isaak Babel 2/3

1920: Der Polnisch-Sowjetische Krieg tobt, mittendrin: der Schriftsteller Isaak Babel. Er begleitet die sowjetische Reiterarmee als Reporter. Das Erlebte verarbeitet Babel später im gleichnamigen Erzählband. Es ist das Porträt eines grausamen Krieges aber auch der Menschen, und der Menschlichkeit.

Eine Gruppe von Angehörigen einer Kavallerie-Eiun
Bildlegende: Polnische Kavallerie spielt zum 200. Jahrestag die Völkerschlat bei Leipzig nach, 2013. Imago/Rainer Weisflog

Das Hörspiel «Die Reiterarmee» wurde 2003 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet: «Vor den Ohren und Augen», so die Jury, «entstehen durch die Intensität des Erzählens, durch den leitmotivisch wiederkehrenden musikalischen Rahmen und durch die das Ganze verbindende Geräuschkulisse Bilder von ausserordentlich hoher Dichte, die die Absurdität, das Grauen des Krieges, aber auch menschliche Wärme in dieser Kälte sinnlich wahrnehmbar werden lassen.»

2014 ist ein neuer Band mit den gesammelten Erzählungen von Isaak Babel erschienen: «Im Taubenschlag» (Hanser Verlag).

Mit: Cornelius Obonya (Ljutow jung), Efim Etkind (Ljutow alt), David Hirsch (Gedali), Annelie Leschke (Revolution), Hilmar Eichhorn (Kurdjukow), Wolfgang Winkler (Papa Timofej) und vielen anderen

Aus dem Russischen von Peter Urban - Musik: Benjamin Rinnert
Hörspielfassung und Regie: Joachim Staritz - Produktion: MDR/DLR 1999 - Dauer: 1. Teil: 61', 2. Teil: 50', 3. Teil: 58'

Isaak Babel wurde 1894 in Odessa geboren. Die Begegnung mit Maxim Gorki sollte prägend für sein Leben, wie für sein Schreiben werden. Babel schrieb vor allem Erzählungen, so die «Die Geschichten aus Odessa», «Die Reiterarmee» oder «Mein Taubenschlag». 1940 fiel Isaak Babel dem stalinschen Terror zum Opfer und wurde in Moskau erschossen.

Der deutsche Kritiker Marcel Reich-Ranicki würdigte Babel wie folgt: «Sein Werk wird bleiben. Und bleiben wird die Legende vom Talmudschüler, der unter die Kosaken ging, vom Soldaten, der nicht gelernt hat zu töten, vom Dichter, der nicht lügen wollte die Legende vom Leben und Tod des Juden Isaak Emmanuilowitsch Babel aus Odessa am Schwarzen Meer.»

Redaktion: Wolfram Höll