«Die Rot Schwizeri» von Cäsar von Arx

Es geht um Mord, Selbstmord, Inzest und Liebe in allen Schattierungen, um schicksalhafte Verstrickungen, die Unschuldige zu Opfern und Tätern macht.

Musst Marei wirklich gehen? (Symbolbild)
Bildlegende: Musst Marei wirklich gehen? (Symbolbild) Keystone

Ein Stück, 1916 geschrieben, das heute immerhin von einem Teil der Theaterwissenschaft in den Kontext mit Autoren wie z.B. Kroetz oder Mitterer gestellt wird. Die Uraufführung 1921 in Leipzig wurde zu einem riesigen Erfolg. Der Dramaturg von Arx kennt seine Griechen und versteht es gekonnt, das Heroische aufs Kleinste, auf ein bäurisches Milieu zu reduzieren, ohne dabei die Dimension, die Substanz zu verlieren.

Der Bauer hat Marei als kleines Kind - angeblich aus Barmherzigkeit - ins Haus genommen. Jetzt erwartet sie ein Kind von dessen Sohn Liberi. Dieser will Marei heiraten, doch der bettlägerige Vater verweigert seine Zustimmung, mehr noch: er will Marei vom Hof jagen und seinen Sohn enterben. Damit nimmt das Schicksal seinen unausweichlichen Lauf.

Mit: Sandra Arnold (Marei, die Rot Schwizeri), Ruedi Odermatt (Bauer), Sigi Arnold (Liberi, sein Sohn), Marco Schenardi (Knecht), Anita Schenardi (Magd), Joseph Arnold (Adi Imfanger), Martina Fähndrich (Vreneli), Marius Tresoldi (Kind)

 

Musik: Jonas C. Haefeli

Hörspielfassung und Regie: Buschi Luginbühl

Produktion: SRF 1999

Dauer: 48'

 

Cäsar von Arx (1895-1949) wurde in Basel geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie und war schon während der Studienzeit Regieassistent beim Basler Theater. Nach dem Studium ging er nach Leipzig, wo er als Regisseur und Dramaturg arbeitete.

Zurück in der Schweiz arbeitete er am Zürcher Schauspielhaus und begann selber Stücke zu schreiben. Als freier Autor lebte er vor allem von Festspielaufträgen, was er weniger als Berufung denn als notwendigen Broterwerb betrachtete. Er litt darunter, als ernsthafter Dramatiker zu wenig beachtet zu werden.

Im Zuge der geistigen Landesverteidigung wehrte er sich dagegen, ideologisch vereinnahmt zu werden. Zur 400-Jahrfeier der Eidgenossenschaft schrieb er 1941 im Auftrag des Bundesrats das Bundesfeierspiel. Von Arx verbitterte zunehmend und nahm sich am Tag, als seine Frau starb, das Leben.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Hörspiel nur während 7 Tagen zum Nachhören angeboten werden.

Redaktion: Buschi Luginbühl