«Fasch es Fescht» von Peter Weingartner

Irgendwo im Mittelland. Eine Ortschaft, nicht mehr ganz von gestern, aber wenig bereit für morgen. Ein Quartier feiert das jährliche Sommerfest. Man freut sich aufs gemeinsame Hocken, Grillieren, Palavern. Doch nicht alle sind willkommen. Und einer hat seine Flinte geladen.

Der Luzerner Autor Peter Weingartner erzählt in seinem neuesten Hörspiel von einem landestypischen Quartier. In einer Art von Wimmelbuch-Dramaturgie mit vielen kurzen Szenen lässt er die Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen. Sie befinden sich überwiegend in der Endphase ihres Erwerbslebens. Sie haben gemeinsam die Geburt ihrer Kinder erlebt, die unterdessen aus dem Haus sind. Im Dorf zieht unübersehbar die globalisierte Zukunft ein mit Menschen aus dem Balkan und minderjährigen Flüchtlingen. Das könnte eine Chance sein für Veränderung. Aber man verharrt lieber in der Stagnation, verteidigt das prekäre Heute und bewirtschaftet, der Tradition der Reduit-Schweiz folgend, hartnäckig und ausdauernd die eigenen Ängste und Privilegien.

Mit: Manuela Biedermann, Esther Gemsch, Ruth Schwegler (Quartierbewohnerinnen), Philippe Nauer, Michael Neuenschwander, Ernst Sigrist (Quartierbewohner), Andreas Matti (OK-Präsident), Rahel Hubacher (Anna Raeber), Dashmir Ristemi (Petrit Arifi), Najeebulla Alidjani (Asylsuchender), Alexander Muheim (Wirt), Jonathan Loosli, Marie Omlin (Reto und Isabelle Hochstrasser) u.a.

Musik: Anatol Atonal - Tontechnik: Tom Willen - Dramaturgie und Regie: Reto Ott - Produktion: SRF 2017 - Dauer: 56'

Im Anschluss:
«Ezad und Luca» von Suzanne Zahnd

Teil 1 der sechsteiligen Zambo-Serie über die Nöte eines Sans-Papiers-Kindes, das in der Schweiz zwar zur Schule gehen kann, aber ansonsten unsichtbar bleiben muss.

Mit: Sibylle Mumenthaler (Ezad), Tabea Buser (Luca) und vielen anderen

Übertragung ins Baseldeutsche: Sonja Moresi - Musik: Martin Bezzola und Ssassa (Christian Fotsch, Denis Zekirov, Kadir Erdogan) - Tontechnik: Mirjam Emmenegger, Christian Weber, Roli Fatzer, Franz Baumann - Dramaturgie und Regie: Julia Glaus - Produktion: SRF 2017 - Dauer: 14'

Redaktion: Mark Ginzler