«Furcht und Elend des dritten Reiches» von Bertolt Brecht

Bertolt Brecht war wahrscheinlich der deutsche Schriftsteller, den die Nazis am meisten hassten. Ohne Mitglied der KP zu sein, war er überzeugter Kommunist und verfolgte mit seinen Schriften politische Ziele.

Bertolt Brecht, am 30. Oktober 1947, vor dem «Ausschuss für unamerikanische Umtriebe» in Washington.
Bildlegende: Bertolt Brecht am 30. Oktober 1947, vor dem «Ausschuss für unamerikanische Umtriebe» in Washington. Keystone

«Furcht und Elend des dritten Reiches» ist eine 35-teilige Szenenfolge, die zwischen 1937 - 1938 entstand. Die Szenen haben keinen direkten Zusammenhang. Insgesamt verdeutlichen sie, wie alle Lebensbereiche der Menschen durch die nationalsozialistische Diktatur beeinflusst wurden, wie ständige Bespitzelung das Denken und Fühlen der Menschen verändert, wie das dadurch entstehende Misstrauen alle Freundschaften zerstört, und alle Beziehungen ins Negative kehrt.

In der Produktion von SRF aus dem Jahre 1973 wurden fünf Szenen zusammengestellt: «Die jüdische Frau», «Die Berufskrankheit», «Der Spitzel», «Der Entlassene» und «Volksbefragung».

Mit: «Die jüdische Frau»: Ursula Schult (Frau), Klaus Höring (Mann)

«Die Berufskrankheit»: Kurt Langanke (Chirurg), Barbara Giesecke (Oberschwester), Wolfgang Beigel (Assistent), Rainer Zur Linde (Assistent), Klaus Degenhardt (Assistent), Paul-Felix Binz (Kranker), Wolfgang Hiller (Kranker)

«Der Spitzel»: Wilhelm Grimm (Mann), Hanna Burgwitz (Frau), Aljan Hoffmann (Knabe), Susi Aeberhard (Dienstmädchen)

«Der Entlassene»: Wolfgang Rottsieper (Mann), Gertrud Rudolph (Frau), Adolph Spalinger (Entlassener)

«Volksbefragung»: Hedi Kriegeskotte (Frau), Hans Heine (Arbeiter), Peter Simonischek (Arbeiter)

Musik: Hanns Eisler - Regie: Urs Helmensdorfer - Produktion: SRF 1973 - Dauer: 47'

Bertolt Brecht (1898 - 1956) war Dramatiker und Lyriker. Er flüchtete 1933 aus Deutschland. Er stand auf der «Schwarzen Liste» der Nazis. Seine Bücher wurden verbrannt, seine Werke verboten. 1935 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Brecht lebte während seines Exils in Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und in der USA. 1947 verliess er die USA und lebte ein Jahr lang in der Schweiz. Die Einreise nach Westdeutschland, damals amerikanische Besatzungszone, wurde ihm nicht gestattet. 1948 reiste Bertolt Brecht nach Ost-Berlin, damals sowjetische Besatzungszone. Dort lebte er, mit einem kurzen Unterbruch, bis zu seinem Tod 1956.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Margret Nonhoff