«Hans Albers’ Tagebücher - Der Erfahrungsbericht eines Ghostwriters» von Steffen Thiemann

Was für ein Angebot - Ghostwriter für die Tagebücher von Hans Albers zu werden. Das Leben eines Mythos - neu - zu schreiben. Da muss der chronisch erfolglose Krimiautor und Amateur-Akkordeonist einfach zusagen. Auch wenn das zu sehr realen Albträumen führen wird.

Als Krimiautor ist er brillant, aber erfolglos, denn die Veröffentlichung seiner Romane scheitert immer daran, dass die höchst raffiniert ausgetüftelten Kriminalfälle alle unaufgeklärt bleiben. Dass für ihn eben darin gerade die Kunst liegt, begreifen die am Mainstream orientierten Literaturagenten und Verlage leider nicht. So bleibt die Kunst brotlos - bis zu einem Anruf, der alles ändert. Gesucht wird ein Ghostwriter für die Tagebücher von Hans Albers. Was den Autor für diesen Job prädestiniert, ist seine wenn auch mangelhafte Fähigkeit, Akkordeon zu spielen.

Begeistert stürzt er sich in den neuen Job, doch eines Tages kann er der Versuchung nicht widerstehen, seine eigenen Gedanken in die Tagebücher einfliessen zu lassen. Was daraufhin geschieht, ist mehr als unglaublich. Kein Wunder, dass «der blonde Hans» ihn bis in seine Träume verfolgt.

Steffen Thiemann spielt den Monolog des Ghostwriters selbst. Und er weiss, wovon er spricht. Schliesslich ist er ebenfalls freier Autor und er spielt Akkordeon, und zwar unüberhörbar mangelhaft.

Mit: Steffen Thiemann (Autor), Stefan Kaminski (Hans Albers)

Akkordeon und Gesang: Steffen Thiemann - Regie: Gabriele Bigott - Produktion: Autorenproduktion im Auftrag des DLF 2013 - Dauer: 50'

Steffen Thiemann, geboren 1966 in Cottbus, schreibt Hörspiele, Theaterstücke, Kurzprosa, Gedichte, Haikus, Libretti, Manifeste, Kurzmitteilungen. Er fertigt Holz- und Linolschnitte, spielt Akkordeon, singt, steppt und performt. Er lebt in Berlin und in der Uckermark, wo er Scheunen ausbaut, Katzen füttert und ins weite Land sieht.

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Redaktion: Mark Ginzler