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1/10: «Das Eidechsenkind» von Vincenzo Todisco
Aus Lesung vom 30.09.2021.
abspielen. Laufzeit 26:38 Minuten.
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Lesung «Das Eidechsenkind» von Vincenzo Todisco

Flüstern statt Lachen, Essen von Plastiktellern, damit ja kein Geräusch entsteht, ein Leben ohne Schule, ohne Freunde – so lebten vor rund 60 Jahren viele illegal eingereiste Kinder italienischer Saisonniers in der Schweiz. Viele Eltern versteckten ihre Kinder ohne Aufenthaltsbewilligung daheim.

Der 2018 erschienene Roman «Das Eidechsenkind» des Schweizer Autors Vincenzo Todisco erzählt das Leben eines «Versteckkindes». Schauspielerin Linda Olsansky hat den Roman nun in leicht gekürzter Fassung für SRF neu eingelesen.

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Dramaturginnen Susanne Janson und Simone Karpf über «Das Eidechsenkind»
06:40 min, aus Lesung vom 30.09.2021.
abspielen. Laufzeit 06:40 Minuten.

Todisco ist selbst Kind italienischer Gastarbeiter, war aber mitnichten ein «Schrankkind». Das Buch schrieb er nach umfassender Recherche und Gesprächen mit Betroffenen.

Gekonnt gelingt es Vincenzo Todisco, aus der Kinderperspektive diese beschränkte Welt zu schildern, die für das Kind Alltag, für die Leser- und Zuhörerschaft aber nur schwer aushaltbar ist. Todisco beschreibt knapp und detailreich zugleich, ohne zu werten. Gleich einer Kamera, dem Eidechsenkind auf die Schulter geschnallt, sieht man dessen kleine Welt, ohne dabei wirklich je in seine Haut zu schlüpfen.

Über den Autor

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Vincenco Todisco
Legende: Vincenco Todisco SRF / Ansichten

Geboren 1964, wuchs Vincenzo Todisco als Sohn italienischer Einwanderer in Stans auf. Er studierte Italienisch und Französisch an der Universität Zürich. Seither hat Todisco fünf Romane in italienischer Sprache verfasst und ein Kinderbuch geschrieben. Er unterrichtet zudem als Dozent an der Pädagogischen Fachhochschule Graubünden. 2005 erhielt er den Bündner Literaturpreis. 2018 erschien «Das Eidechsenkind», sein erster in deutscher Sprache geschriebener Roman. Er wurde für den Schweizer Buchpreis nominiert. Vincenco Todisco lebt in Rhäzüns.

Bei seinen heimlichen Streifzügen durchs Mietshaus bekommt man zudem eine detailreiche Milieustudie des Lebens der italienischen Zuwanderer in den 1960er und 1970er Jahren. Immer wieder meint man, die italienischen Schlager zu hören, die in den Wohnungen gespielt werden. Sie erzählen nicht nur von der Heimat und vom Traum eines besseren Lebens, sondern überdecken auch die leisen Geräusche eines versteckten Kindes.

Es liest: Linda Olsansky.
Tontechnik: Mirjam Emmenegger
Regie: Susanne Janson
Dramaturgie: Simone Karpf
Produktion: SRF 2021

Hinweis: Dies ist eine gekürzte Lesung. Der Roman «Das Eidechsenkind» ist in der «Edition Blau» des Rotpunktverlags erschienen.

Lesung;

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