«…liner Roma» von Joachim Ringelnatz

Der Schriftsteller Gustav Gastein, das Alter Ego Joachim Ringelnatz', treibt sich im Berlin der Weltwirtschaftskrise herum, schlägt sich durch, hat Affären, Mäzeninnen und wenig Erfolg und Geld. Ein Dreierportrait: Ringelnatz, Berlin und die Zeit der 20er Jahre mit Bezügen zur Gegenwart.

Bildlegende: Keystone

Die Welt des Protagonisten bevölkern Künstler, Tippmamsells, Huren, Kriminelle und Wirtsleute; sie heissen Nuscha, Gussi, Elfchen oder Miezko; sie leben zwischen Autos, Leuchtreklamen, Kinos, riesigen Mietskasernen und qualmenden Fabriken. Wie ein Reigen, ein Tanz auf dem Vulkan ist dieser raue, quirlige, vor Phantasie überbordende Roman, der liebevoll, ironisch und sarkastisch seine Figuren zeichnet und gleichzeitig die Grossstadt Berlin als eigentliche Hauptdarstellerin feiert.

Mit: Michael Mendl (Erzähler), Lena Stolze (Frau Purmann), Florian Lukas (Gustav), Ilka Teichmüller (Wiga), Wanja Mues (Deeters), Mira Partecke (Nuscha), Bettina Kurth (Anna), Britta Steffenhagen (Gussi), Eva Meckbach (Miezko)

Musik: Thomas Gerwin - Hörspielfassung und Regie: Thomas Gerwin - Produktion: rbb 2015 - Dauer: 53'

Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Gustav Bötticher), 1883 in Wurzen geboren, fliegt nach zweimaligem Sitzenbleiben und einem Lausbubenstreich zu viel vom Gymnasium, das Abgangszeugnis stuft ihn als «Schulrüpel ersten Ranges» ein. Nach vielen Reisen in Armut und über 30 meist jämmerlichen Jobs beginnt er, in der Münchner Bohème durch öffentliche Auftritte und erste Publikationen auf sich aufmerksam zu machen. Auch er ist wie die meisten Intellektuellen 1914 kriegsbegeistert, schafft aber nicht die von ihm gewünschte Karriere im Heer. Zu schwach ist seine Konstitution. 1919 verfasste er die ersten Gedichte unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz. 1920 heiratete er die fünfzehn Jahre jüngere Lehrerin Leonharda Pieper, die er Muschelkalk nannte. Das Paar lebt in ständiger finanzieller Not, trotz seiner Tätigkeit als durchaus beachteter Kabarettist, Schriftsteller und Maler. 1930 zieht er mit seiner Frau nach Berlin. 1933 erteilen ihm die Nazis Arbeitsverbot. 1934 stirbt Ringelnatz an Tuberkulose.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Claude Pierre Salmony