«Mutters Dorf» von Marie-Claire Marquis

Mutter und Tochter erinnern sich, erzählen einander vom Jura-Dorf, Mutters Kindheitsdorf, von den Grosseltern, Onkeln und Tanten, von den Häusern des Dorfes, den Tieren, dem Bach. - Ein bruchstückhaftes Familienporträt dreier Generationen weitet sich zum Porträt eines Dorfes, einer Landschaft.

Bildlegende: Keystone

Tochter: Am Bach sitzen, die Füsse im ziehenden Wasser. Tastend die Tiefe des Wassers erforschen, den Grund unter den Füssen. Nachher wieder im Garten spielen, in der Laube die Zeit abwarten bis zum Abend. Sich langweilen während der Spiele, Verstecken oder Fangen, ein Ballspiel. Sich hinter dem Silo verstecken, vergessen werden, was für ein Glück.

Mutter: Manchmal kommst du hinauf zu uns Frauen. Du stehst in der Tür und wartest. Ich sehe, dass du kein Kind mehr bist und erschrecke. Wir schicken dich wieder hinaus zu den andern.

Mit: Naomi Krauss (Tochter), Nikola Weisse (Mutter), Hanspeter Müller-Drossaart (Onkel Ferdinand), Sophie Quetes (François), Sibylle Courvoisier (Tante), Anna Quetes (Mädchen)

Musik: Peter Zwetkoff, Klarinette: Michael Riessler - Tontechnik: Jack Jakob, Hanspeter Mäglin, Ferenc Balgo - Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF 1997 - Dauer: 41'

Marie-Claire Marquis, 1949 in Zug geboren, schreibt Prosa, Lyrik, Hörspiele. Sie ist Mitglied beim Verein «Autorinnen und Autoren der Schweiz» (AdS) und veröffentlichte bisher in Zeitschriften, Anthologien und im Rundfunk. Sie ist auch als Übersetzerin für Rundfunkanstalten tätig. 1987 erhielt sie den Luzerner Literaturpreis. Marquis lebt im deutschen Grenzort Lörrach bei Basel.

Redaktion: Claude Pierre Salmony