«Nachtwachen» von Bonaventura (d. i. August Klingemann) 3/3

Die 1804/5 in Sachsen unter dem Pseudonym eines gewissen «Bonaventura» erschienenen «Nachtwachen» blieben lange Zeit unbeachtet. Erst im 20. Jahrhundert ist die frühe Ankündigung des modernen Krisenbewusstseins hinter den satirischen und parodistischen Zügen des Werkes sichtbar geworden.

Während seiner Rundgänge durch die schlafende Stadt stellt sich der Nachtwächter Kreuzgang den dunklen Seiten der frühbürgerlichen Welt. Und er setzt sich so radikal wie kein anderer Held der deutschen Romantik mit den politischen Problemen seiner Zeit auseinander. Dazwischen schildert er seinen turbulenten Lebensweg: vom Findelkind zum Schustergesellen, Bänkelsänger, Insassen eines Tollhauses und Marionettenspieler bis zur Aufklärung seiner rätselhaften Herkunft am offenen Grab des Vaters. Auch das Rätsel des Autors ist heute gelöst: er war Dramatiker und hiess August Klingemann (1777-1831).

Mit Michael Wittenborn (Nachtwächter Kreuzgang), Stephan Bissmeier (der Mann im Mantel), Ingold Wildenauer (der wahnsinnige Weltschöpfer), Norbert Schwientek (Pförtner), Patrik Elias (junger Mensch vom Hoftheater), Desirée Meiser (Ophelia), Dinah Hinz (Kreuzgangs Mutter), Gottfried Breitfuss (Geisterseher).

Musik: Peter Zwetkoff - Hörspielfassung: Jürgen Theobaldy - Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF/Sender Freies Berlin 1989 - Dauer: 59'

Redaktion: Stephan Heilmann