«Nikolais Geheimnis» von Anton Tschechow

Muss das denn sein? Wie jedes Jahr muss Kolja seine Mutter zum Verwandtenbesuch begleiten: Onkel Wladimir im Gefängnis. Langweilig. Es stürmt. Der Zug lässt auf sich warten. Im eiskalten Wartesaal denkt Kolja an sein gemütliches Zimmer. Doch Mutters Geschichte wärmt.

Anton Tschechov
Bildlegende: Portrait Anton Tschechov gemalt von Osip Braz.

Kolja ist zehn Jahre alt und sitzt mit seiner Mutter im Warteraum eines russischen Provinzbahnhofs. Draussen tobt ein Schneesturm. Ob der Zug noch kommen wird, ist ungewiss. Kolja friert. Er möchte wieder nach Hause. Überhaupt sieht er nicht ein, weshalb er ausgerechnet heute, am Weihnachtstag, diesen Kerl besuchen soll.

Dieser Kerl, das ist sein Onkel Wladimir, der im Gefängnis sitzt. Für Koljas Mutter aber hat dieser Weihnachtsbesuch eine besondere Bedeutung. Sie erzählt Kolja eine seltsame Geschichte über ihren Grossonkel Nikolai, der viele Jahre lang ein Geheimnis gehütet hatte, ein Weihnachtsgeheimnis.

Mit: Traugott Buhre (Nikolai, Hausdiener der Gräfin), Christine Oesterlein (Gräfin Stroganow), Götz Schulte (Sascha Burdenko, Neffe der Gräfin), Timon Sitte (Kolja), Astrid Kohrs (Arina, Koljas Mutter), Tabea Sitte (Arina als 10jährige)

Hörspielfassung: Heidi Knetsch und Stefan Richwien - Regie: Christoph Dietrich - Produktion: SFB/ORB 2002 - Dauer: 49'

Das Hörspiel nach Motiven von Anton Tschechow beruht auf der 1883 erschienenen Erzählung «Einmal im Jahr».

Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) studierte in Moskau Medizin und veröffentlichte ab 1880 zahlreiche Erzählungen. Seine Theaterstücke (z.B. «Die Möwe», «Onkel Wanja», «Drei Schwestern» und «Der Kirschgarten») machten ihn weltberühmt. Kurz nach der Uraufführung des «Kirschgarten» starb er 44-jährig bei einem Kuraufenthalt im Schwarzwald an Lungentuberkulose. Tschechow gilt bis heute als Meister der Kurzprosa.

Heidi Knetsch und Stefan Richwien sind ein eingespieltes Hörspielautoren-Team. Sie schreiben Original-Hörspiele für Kinder und Erwachsene, Erzählungen, Drehbücher und Features. Für Radio SRF schreiben sie ausserdem regelmässig «Schreckmümpfeli».

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

  • Kontakt: hoerspiel@srf.ch

Redaktion: Buschi Luginbühl