Premiere: «Bajass» von Flavio Steimann 1/4

Ein an der Realität zerbrochener Kriminalkommissar, ein im Luzerner Hinterland ermordetes altes Bauernpaar sowie die Überfahrt auf der «Liberté» in das gelobte Land Amerika; dies sind die kargen Ingredienzen, mit denen Flavio Steimann wortgewaltig verschiedenste Welten und Schicksale aufzeigt.

Kriminalkommissar Gauch ermittelt im Luzerner Hinterland. Auf dem abgelegenen Gandhof sind der Bauer und seine Frau erschlagen worden. Aber die Dorfleute schweigen. Einzig der Totengräber gibt einen Hinweis auf einen italienischen «Verdingbub«, der nur «Bajass» genannt wurde. Ein Prospekt führt Gauch schliesslich auf ein Auswandererschiff nach Amerika.

Der Autor bedient sich zwar des Genres Kriminalroman, aber «Bajass» ist vor allem eines: eine zwar düstere aber dennoch grossartige Milieu- und Gesellschaftsstudie, die letztlich illusionslos Partei für die Aussenseiter dieser Welt nimmt.

Mit Hanspeter Müller-Drossaart - Musik: Fatima Dunn - Tontechnik: Basil Kneubühler und Mirjam Emmenegger - Regie: Buschi Luginbühl - Produktion: SRF 2018 - Dauer: 50' (1/4); 54' (2/4); 55' (3/4); 58' (4/4)

Redaktion: Susanne Janson