«S Kind wo-n-i gsi bi» von Urs Widmer

Ein schöner, ruhiger Abend. Eine Frau und ein Mann beim Bier. Der Hund will auch und lässt nicht locker, bis ihn der Mann Bier lappen lässt. «Wo-n-i e Kind gsi bi, ha-n-i au e Hund gha», sagt der Mann, und die Frau antwortet: «Bisch du emoll e Kind gsi?» - «Dängg dr, jä. Das isch lang här.»

Der Schweizer Schriftsteller und Übersetzer Urs Widmer, 1938 in Basel geboren.
Bildlegende: Der Schweizer Schriftsteller und Übersetzer Urs Widmer, 1938 in Basel geboren. Keystone

So beginnt dieses Hörspiel, das uns in die Welt eines sieben- oder achtjährigen Knaben zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz führt. «Schregglig Angscht ha-n-i gha, aber i ha gmeint, das sinn alles tolli Abenteuer, und ich e Indianer, wo si muetig beschtoot.»

Urs Widmer bezeichnet sein Hörspiel als eine Art autobiographische Hör-Erinnerung. Reinhardt Stumm - u.a. Theaterkritiker, langjähriger Feuilletonchef der «Basler Zeitung» und Jurymitglied des Berliner Theatertreffens - hat es für sein Buch «Ach & Och Schweizer Hörspiele» ausgewählt. «() Die Wahl musste auf diese Texte kommen, weil die Sprache in ihnen bedeutend über das hinausgeht, was sie materiell mitteilt (früher hätte man das vielleicht Poesie genannt).»

Mit: Florian Jakob (Kind), Ueli Jäggi (Postenchef), Marcus Mislin (Polizist), Noemi Steuer (Frau Doktor), Buddy Elias (Mann), Sibylle Courvoisier (Frau)

Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF 1991 - Dauer: 50'

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Buschi Luginbühl