«Sag doch auch mal was! ...» von Hermann Bohlen

Der deutsche Hörspielmacher Hermann Bohlen hat die Flohmärkte seiner Umgebung nach alten Tonbändern abgesucht, seine Fundstücke sortiert und sie zu einer quasi musikalischen Collage verarbeitet. Die Laienaufnahmen treffen den Nerv ihrer Epoche besser als jede historische Abhandlung.

Auf Flohmärkten findet man allerlei Sachen - auch alte Tonbandgeräte.
Bildlegende: Auf Flohmärkten findet man allerlei Sachen - auch alte Tonbandgeräte. Hannes Grobe

In der 60er Jahren wird das Tonbandgerät zu jedermanns Gebrauch populär. Mama und Papa zeichnen damit jeden Pieps der lieben Kleinen auf; betätigen sich als Moderator, Animatorin, Interviewer und als Jury («Ausgesprochen sehr gut!» - «Mir aus dem Herzen»), oder als Reporter («Dann kam der grosse Abschied. Es ging alles ohne äussere Rührung eh vor sich, aber wies innen aussieht, geht keinen was an.») Tante Ilse aus Milwaukee wird befragt, Onkel Erwin aus Tosterglope muss endlich mal was sagen - verzweifelte Versuche, die Momente des Privaten festzuhalten und zum tönenden Familienalbum zusammenzuschneiden.

Regie: Hermann Bohlen - Produktion: Autorenproduktion/DLR 1998 - Dauer: 50‘

Redaktion: Claude Pierre Salmony