«Schwarzer Hund. Weisses Gras» von Kilian Leypold

Menschenleere Landschaft, Stille. Wo der Mensch Lebens- und Zivilisationsräume zerstört, zieht er Zäune hoch und zirkelt Todeszonen ab. Als sich am 26. April 1986 auf dem Gebiet der heutigen Ukraine der grösste anzunehmende Unfall in einem Kernkraftwerk ereignet, entsteht so eine Zone.

Ein Hund steht vor dem Eingangstor der Schutzzone um Tschernobyl.
Bildlegende: Tarkowskij trifft auf Tschernobyl in Kilian Leypolds «Schwarzer Hund. Weisses Gras» Reuters

1978 dreht der Regisseur Andrej Tarkowskij den «Stalker». Der Film ist wie eine ahnungsvolle Prophezeiung des sich acht Jahre später ereignenden Reaktorunfalls von Tschernobyl. Tarkowskij wählte als Drehort auch die direkte Umgebung des Atomkraftwerks aus. Diese zufällige, rätselhafte Analogie der «Zone» zur realen Katastrophenzone von 1986 ist Ausgangspunkt für das Hörspiel, das Elemente aus Tarkowskijs Film aufgreift und mit einer fiktiven Handlung um das Unglück von Tschernobyl verwebt. Auf der Suche nach einem Wunder trifft ein ehemaliger Kriegsfotograf auf die strahlungsgeschädigte Tochter des Stalkers.

Mit: Vincent Leittersdorf, Maria Kwiatkowsky, Otto Mellies, Kathrin Wehlisch, Lars Rudolph, Julian Mehne, Andreas Leupold und Carl Heinz Choynski

Musik: Tarwater - Regie: Kai Grehn - Produktion: BR 2011 - Dauer: 54'

Kilian Leypold, 1968 in Nürnberg geboren, studierte Philosophie, Slawistik und Osteuropäische Geschichte. Für seine ersten literarischen Arbeiten wurde er 1998 mit dem Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden ausgezeichnet. Seit 2000 arbeitet er als freier Reporter und Autor für den Bayerischen Rundfunk.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Johannes Mayr