«Schweine-Heinz und Traurige Tiere» von Hermann Bohlen

Der eine stalkt Wildschweine und lernt ihre Sprache, der andere schwärmt vom Fortpflanzungsmodus der Erdkröte, der Dritte klagt über den fatalen Siegeszug der Medizin, durch den der Lebensraum für Tiere immer knapper wird.

Wildschwein in der Schweiz
Bildlegende: Keystone

Dass die Liebe des Menschen zum Tier wenig über das Tier aussagt, aber viel über den Menschen, zeigen die Hörspiele von Hermann Bohlen mit gruseligem Vergnügen.
«Ich geh mal wieder», sagt Heinz zu seiner Frau und nimmt die Jacke vom Haken. Er geht durch die Waschküche in den Stall, wo schon längst keine Tiere mehr stehen, und schaufelt drei Eimer voll mit Mais. Nachdem er sie in seinen roten Kombi geladen hat, fährt er in den Wald. Heinz hats mit Schweinen, genauer: Mit Wildschweinen, sus scrofa. Vor drei Jahren ist er auf die Idee gekommen, ihre Sprache zu lernen, sich einer Rotte anzuschliessen, mit ihr durch die Nacht zu ziehen. Er will Chef der Rotte werden, Führungsbache! Ist Schweine-Heinz vollkommen verrückt?
Und was geht eigentlich in Zoodirektor Grzimek und Gymnasiallehrer Behn vor, die mit ihren Originaltönen aus den 50er Jahren in einen sehr seltsamen Dialog über Onager, Kröten und fünf Milliarden Menschen treten?

«Schweine-Heinz»
Mit: Heiko Pinkowski (Schweine-Heinz), Steffi Ku?hnert (Uschi), Hermann Bohlen (Erzähler), Brigitte Grothum (Leitbache), Annette Strasser (dralles Schwein), Anna Böttcher (Nörgelschwein), Cathlen Gawlich (skeptisches Schwein), Bettina Kurth (Frischling A), Mira Partecke (Frischling B), Toni Lorentz und Rubi Lorentz (weitere Frischlinge)

Regie: Hermann Bohlen und Judith Lorentz - Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017 - Dauer: 50

«Traurige Tiere»
Mit: Bernhard Grzimek, Wilhelm Behn und Grock im Originalton - Regie: Hermann Bohlen - Produktion: Radio Bremen/Literaturkontor 2004 - Dauer: 20

Im Anschluss senden wir noch Hermann Bohlens Kurzhörspiel «Nahrungskette» (4)

Redaktion: Katrin Zipse