«Tartarin in Paris - Eine Afrikareise durch's Marsfeld» von Franz Held (1/8)

Paris, 1889. Tartarin, der legendäre Löwenjäger und Alpenbezwinger aus dem südfranzösischen Tarascon, hat sich auf den Weg in die grosse Stadt gemacht.

Er tritt an, als Bergsteiger den Eiffelturm mit Wanderstock und Kletterseil zu erklimmen und auf dem Gipfel des eisernen Kolosses die Fahne des Tarasconesischen Alpenclubs zu hissen. Ausserdem will er Paris erkunden, das er sich als ein Paradies der seltsamsten Abenteuer vorstellt. Tartarin gerät in die absonderlichsten Geschichten, wird mehrfach verwechselt, betrogen, ausgeraubt und kehrt schlussendlich doch mit einer Heldengeschichte im Gepäck nach Tarascon zurück.

Mit Tartarin von Tarascon hat sich Franz Held einer berühmten Figur von Alphonse Daudet angenommen und diese in die Wildnis der Grossstadt ausgesetzt. Aus dem leicht naiven Provinzhelden wird ein beinahe anarchistischer Kämpfer gegen die Moderne. Tartarin formt die Wirklichkeit nach seinen Wünschen und Phantasien. Die Gesetzmässigkeiten einer durchrationalisierten, anonymisierten und technisierten Welt erkennt er nicht an. Denn diese Welt lässt keine Heldentaten mehr zu. 

Sprecher: Hubertus Gertzen 

Regie: Johannes Mayr - Produktion: Schweizer Radio DRS, 2008

(Weitere Folgen: jeweils samstags, 21.00, DRS 2)

Redaktion: Johannes Mayr