«Theben I» und «Theben II»

Als Kind wird Ödipus von seinen Eltern ausgesetzt. Später tötet er seinen Vater, den König von Theben, und heiratet dann dessen Witwe – seine eigene Mutter. Als Ödipus davon erfährt, sticht er sich selbst die Augen aus. Michael Köhlmeier erzählt Klassische Sagen des Altertums.

Ein Mann in einen groben Leinüberwurf gekleidet mit blutigem Verband um die Augen
Bildlegende: König Ödipus, gespielt von Roland Wood an der English National Opera 2014 imago/Bettina Strenske

«Wo soll man beginnen? Womit weitermachen? Natürlich kann man bei der Entstehung von Himmel und Erde beginnen, mit der Sintflut weitermachen und vielleicht beim Krieg um Troja enden. Aber die Mythologie widersetzt sich einer Chronologie; der Mythos ist jederzeit, wo auch immer er erzählt wird, gegenwärtig. Himmel und Erde entstehen immer neu. Die Sintflut droht immer. Der grosse Krieg findet immer und überall statt. So bilden diese Sagen ein Netz, an dem weitergesponnen werden soll, das uns vor dem Bodenlosen schützt, ein Netz, in dem sich alles auf alles bezieht. Wo alles mit allem verwandt ist. So entsteht im Erzählen Sinn.» (Michael Köhlmeier)

Mit: Michael Köhlmeier

Produktion: ORF 1996 - Dauer Teil 1: 44', Teil 2: 44', Teil 3: 46', Teil 4: 56', Teil 5: 46'

Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt als Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Für sein Werk wurde der österreichische Bestsellerautor unter anderem mit dem Manes-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet.

Redaktion: Johannes Mayr