«Tristram Shandy» von Laurence Sterne 1/2

Tristram Shandy setzt an, seine Lebensgeschichte lückenlos zu erzählen und verstrickt sich dabei in einen Strudel versponnener Abschweifungen, witziger Gedankensprünge und pikanter Ausschweifungen.

Kupferstich: Zwei Männer in Uniform in einem Garten
Bildlegende: Onkel Toby und Korporal Trim stellen im Garten Feldzüge nach. Illustration von Henry William Bunbury, 1773. Wikimedia/J. Bretherton

Von Tristram Shandy erfährt man im Verlauf der «Geschichte» äusserst wenig, alle anderen Personen hingegen kommen sehr ausführlich zu Wort. Zum Beispiel Vater Walter, kopflastig und autoritätsgläubig, der in seiner Unfähigkeit zu handeln allerhand Unglücksfälle heraufbeschwört. Oder Tristrams Onkel Toby, ein ehemaliger Offizier, der in seinem Gemüsegarten die Feldzüge, an denen er beteiligt war, mit einer Spielzeugarmee nachstellt. Und dann treten noch allerlei andere wunderliche Typen mit ihren Steckenpferden auf, über die natürlich auch berichtet werden muss.

Mit: Michael Schacht (Tristram Shandy), Hans-Helmut Dickow (Mr. Shandy), Katja Kessler (Mrs. Shandy), Hans-Dieter Zeidler (Onkel Toby), Herlinde Latzko (Witwe Wadman), Ingold Wildenauer (Korporal Trim), Paul Felix Binz (Dr. Slop), Peter Hasslinger (Obadiah), Renate Müller (Bridget), Marianne Weber (Susannah), Klaus Degenhardt (Kaplan) und Herta Veuhoff (Hebamme).

Bearbeitung: Peter Buckman - Deutsche Fassung: André Frei, Christian Gertsch und Thomas Rüetschi -Regie: Klaus W. Leonhard - Produktion: SRF 1987 - Dauer pro Folge: 48'

Laurence Sterne (1713-1768) beschenkte die Welt mit nur zwei Büchern. Beide aber machten weltweit Furore: «Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman» und «Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien. Von Mr. Yorick». Er gilt als Urvater des modernen Romans, seine Verehrer sind zahllos (um nur einige zu nennen: Diderot, Goethe, Jean Paul, Sigmund Freud, Thomas Mann, Arno Schmidt, Javier Marías).

Redaktion: Johannes Mayr