«Und dann» von Wolfram Höll

Vier Plattenbauten, drei Verlierlinge (wie Höll die Findlinge in der Begrünungsmassnahme nennt), zwei Kinder, ein Vater. Und der Rückblick auf eine Kindheit in einem ostdeutschen Neubaugebiet, der um Verlusterfahrungen kreist: den Verlust der Mutter, eines Landes, einer sozialen Rolle.

Plattenbauten in Ostdeutschland.
Bildlegende: Plattenbauten in Ostdeutschland. Keystone

Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer über das Stück:  «Ein Kind spricht, es erzählt und zählt die Plattenbauten, die großen Steine am Spielplatz, die Stockwerke und Klingelknöpfe, und ehe man sichs versieht, ist man gefangen in einer Arithmetik des Verlustes, macht einen die Zahl traurig, verweist eine Drei immer auf die Vier, die leider nicht ist, und leidet die Zwei an der Drei, am Fehlen der Eins.

Das Kind zählt, und kein Abzählreim ist zur Hand, der die Abwesenheit ungeschehen machen und das Verlorene zurückholen könnte, weil auch der Kinderreim an der Grenze des ‹...und raus bist du› endet.»

Mit Fabian Busch, Florian Lukas und Michael Hanemann

Musik: Tilman Ehrhorn - Regie: Cordula Dickmeiss - Produktion: DLR 2012 - Dauer: 38‘

Redaktion: Claude Pierre Salmony