«Ustrinkata» von Arno Camenisch

Es ist der letzte Abend in der Dorfbeiz «Helvezia» und der Alkohol fliesst in Strömen wie der junge Rhein. Noch einmal sitzen sie um den runden Tisch, die Tante und die Silvia, der Luis und der Otto, der Gion und all die andern, die noch leben oder schon lange tot sind.

Arno Camenisch
Bildlegende: Arno Camenisch Keystone / Christian Beutler

In seinem Roman «Ustrinkata» gibt der Bündner Autor Arno Camenisch einen ebenso witzigen wie abgründigen Einblick in das Leben eines abgelegenen Bündner Dorfes. Es ist der Abend bevor die «Helvezia» endgültig geschlossen wird und man trifft sich zur «Ustrinkata». Es wird geraucht, gestritten, ein Wort gibt das andere, Geschichten machen die Runde. Der Stammtisch in der verrauchten «Helvezia» wird zum grossen Erinnerungsraum des kleinen Dorfes.

Mit seinem präzisen Sinn für den Klang und die Eigenheiten der Bündner Sprache hält Arno Camenisch diese von Tod und Vergessen, von Naturgewalten und menschlichen Abgründen bedrohte Welt lebendig. Zusammen mit dem Regisseur Geri Dillier hat er den Roman zu einem Mundarthörspiel bearbeitet, in welchem der «bluesige» Sprachsound des Romans zum Klingen kommt.

Mit: Corin Curschellas (Tante), Andrea Zogg (Otto), Gian Rupf (Luis), Rebecca Indermaur (Silvia), Kurt Grünenfelder (Alexi), Federico Emanuel Pfaffen (Gion Baretta), Maria Cadisch (Grossmutter)

Musik: Barblina Meierhans - Regie: Geri Dillier - Produktion: SRF 2012 - Dauer: 49'

Das Hörspiel kann 30 Tage nach Ausstrahlung nachgehört werden.

Redaktion: Julia Glaus