«Vergesst mich nicht» nach dem Drehbuch von Laila Stieler

Der türkische Blumenhändler Enver Simsek ist das erste Opfer in der Reihe der NSU-Morde, deren rechtsradikaler Hintergrund viel zu spät erkannt wird. Stattdessen wird gegen das Opfer ermittelt. Eine Geschichte vom unfassbaren Versagen der deutschen Polizei und des Verfassungsschutzes.

Das Wochenende zuhause ist vorüber, die vierzehnjährige Semiya wird von ihrem Vater Enver zurück ins Internat gebracht und hat keine Lust dazu. Alles wie immer. Aber zum letzten Mal. Keine 24 Stunden später ist ihr Vater tot, ermordet durch neun Schüsse. Mitten in Nürnberg, am helllichten Tag.

Das Verbrechen wirft die Familie brutal aus der Bahn, doch die nachfolgenden Ermittlungen machen alles noch schlimmer. Der ermordete Blumenhändler rückt ins Zentrum der polizeilichen Ermittlungen, die Hinterbliebenen werden observiert, beschuldigt und belogen. An alle möglichen Zusammenhänge wird gedacht: Mafia, Drogenhandel, türkisch-kurdischer Konflikt, ausländische Geheimdienste. Nur den deutschen Rechtsextremismus hat niemand auf dem Schirm. Die Terroristen des NSU morden ungestört jahrelang weiter.

Laila Stielers Geschichte basiert auf dem Buch «Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater», das Semiya Simsek 2013 gemeinsam mit Peter Schwarz veröffentlicht hat. Sie erzählt darin von dem Leid durch den Verlust des Vaters, aber auch durch die Verunglimpfungen und Verdächtigungen von Behörden und Gesellschaft, die die Familie aufgrund ihres Migrationshintergrunds erfahren musste.

Mit: Nora Abdel-Maksoud (Semiya Simsek), Hürdem Riethmüller (Adile Simsek), Aykut Kayacik (Enver Simsek), Hussi Kutlucan (Onkel Hüseyin). In weiteren Rollen: Uli Plessmann, Florian Lukas, Milan Peschel, Cathlen Gawlich u.a.

Musik: Lutz Glandien - Hörspielfassung und Regie: Judith Lorentz - Produktion: NDR/RBB 2017 - Dauer: 59'

Redaktion: Katrin Zipse