«Wir Tiere» von Justin Torres

Drei Brüder. Unlösbar aneinander gekettet. Sie wachsen auf im Prekariat, mit Eltern, die jung, unerfahren, hoffnungslos und zugleich voller Liebe sind. Es ist eine Kindheit im Schwitzkasten, angefüllt mit Widersprüchen: Gewalt und Zärtlichkeit, Angst und unendlicher Spass gehen hier Hand in Hand.

Justin Torres
Bildlegende: Justin Torres imago/Leemage

Jonah, Manny und Joel balgen sich durch ihre Kindheit in Brooklyn: Sie bewerfen sich gegenseitig mit Tomaten, bauen aus Müllsäcken Drachen, klauen, verstecken sich, wenn sich die Eltern anschreien, dreschen aufeinander ein, lassen sich von ihrem Vater vermöbeln, von ihrer depressiven Mutter kuscheln. Die Eltern, nur wenig älter als ihre Kinder – er ist Puerto Ricaner, sie Weisse - befinden sich ausdauernd im Kampfmodus, ihre Konflikte schweissen die Familie zusammen und reissen sie auseinander. Laut ist es in diesem Haushalt und leidenschaftlich, die Jungs sind immer hungrig und wollen mehr: mehr Fleisch, mehr Krach, mehr Wärme, mehr Leben.
Doch einer der drei Brüder, 17 Jahre alt, ist anders, und das wird ihm zum Verhängnis werden.

Die Hörspielbearbeitung von Elisabeth Maria Weilenmann und die Kompositionen von Fatima Dunn sind eine gelungene und atmosphärisch dichte Adaption des drastischen, gleichwohl hochpoetischen Debütromans von Justin Torres: Ein junger Autor, der in Amerika gefeiert wird als «Stimme einer neuen Generation».

Mit: Max Hegewald (Er, 13 Jahre), David Hofner (Er, 7 Jahre), Robin Lange (Manny, 10 Jahre), Lennart Lemster (Manny, alt), Julian Brinkmann (Joel, 8 Jahre), Daniel Axt (Joel, alt), Marina Galic (Mutter), Paul Schröder (Vater), Theresa Berlage (Lina), Hannes Stelzer (Alter Mann) sowie Christian Lessiak, Wolfgang Schroeder, Benjamin Morik und Ulrich Bähnk

Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg - Musik: Fatima Dunn - Hörspielfassung und Regie: Elisabeth Maria Weilenmann - Produktion: NDR 2017 - Dauer: 54'

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Redaktion: Susanne Janson